Wohnen im Turm: Der Entwurf für das Olympische Dorf sieht 17 ovale Punkt-Hochhäuser vor. Simulation: Léon Wohlhage Wernik

Heftiger Streit um neues Olympisches Dorf

München - Ist das geplante Olympische Dorf ein „ökologisches Desaster“ oder ein Projekt von „hoher ökologischer Qualität“? Der Bund Naturschutz nennt die Pläne ein „ökologisches Desaster“ OB Ude kontert: Die Kritik sei „ein starkes Stück“.

Wie konträr die Ansichten zu Vorhaben für die Olympischen Winterspiele sind, zeigt dieser Tage das Beispiel der neuen Siedlung im Olympiapark, in der 2018 Sportler wohnen sollen. Nachdem der Bund Naturschutz (BN) am Montag das Vorhaben scharf kritisiert hatte, nahm es gestern OB Christian Ude (SPD) in Schutz. Den Kritikern warf er vor: „Jetzt werfen sie sich zum Schutz vor die Bäume und vor die Mieter.“

Anlässlich des Besuchs der Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte der BN moniert, dass für den Bau des Dorfs am Gelände des Bundeswehrveraltungszentrums an der Dachauer Straße rund 2000 Bäume gerodet werden müssten. Hier sehe man, dass die Bewerbung ein „ökologisches Desaster“ darstelle, erklärte der BN-Kreisvorsitzende Christian Hierneis. Auch müsse ein Wohnhaus abgerissen werden, in dem Münchner mit geringem Einkommen günstige Wohnungen fänden.

Ude wies die Kritik zurück. Als besonders wertvoll eingestufte Bäume blieben zu 95 Prozent erhalten. Auch werde besagtes Haus nur von Lehrgangsteilnehmern und Bediensteten der Bundeswehr genutzt. Dass das Haus zur Heimat unterer Einkommensgruppen erklärt werde, „ist schon ein starkes Stück“, sagte Ude. Im Olympischen Dorf und im Mediendorf nahe dem Leonrodplatz sollen insgesamt 1300 Wohnungen geschaffen werden. Die Gebäude, so Ude, zeichneten sich durch „hohe ökologische Qualität“ aus. mk

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