Heimatpfleger fürchten um Landschaftsbild durch Solaranlagen

Augsburg - Die sich rasch ausbreitenden Solaranlagen in Bayerns ländlichem Raum bereiten den Heimatpflegern große Sorge. Es bestehe die Gefahr, dass das traditionelle bäuerliche und naturnahe Landschaftsbild erheblich verändert werde, sagte der schwäbische Bezirksheimatpfleger Peter Fassl in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Als Beispiel nannte er den neu entstandenen Solarzellenpark bei Gebersdorf im Landkreis Aichach-Friedberg, wo ein die Landschaft prägender Hügelkamm mit Solarzellen großflächig "überformt" wurde. Dadurch werde das "ästhetische Grundbefinden" beeinträchtigt.

Die Heimatpfleger fordern von den Kommunen, freistehende Solarzellenanlagen in der Landschaft wie gewerblich-industrielle Anlagen zu behandeln. Dann wären die Solarparks wie Windkraftanlagen an Flächennutzungspläne und Umweltverträglichkeitsprüfungen gebunden. "In Gewerbegebieten sind die Solaranlagen unproblematisch", sagte Fassl. In der freien Landschaft und im Blickfeld von markanten Ortschaften würden die oft bis zu zehn Hektar großen Solarfelder mit ihren dunklen Platten eine markante Veränderung historisch geprägter Landschaftbilder bewirken.

Die neuen Formen zu Gewinnung alternativer Energie müssten in Einklang mit dem traditionellen Landschaftbild in Bayern stehen. Derzeit sei keine Sensibilität in diesem Bereich vorhanden, sagte Fassl. Er forderte die Betreiber solcher Anlagen auf, die Flächen mit den schräg stehenden Solarzellen einzugrünen oder versteckt anzulegen. "Wir wollen nicht, dass unsere bäuerliche Landschaft zunehmend zu einem technisch industriellen Landschaftbild verändert wird", sagte Fassl.

Gespräch: Nikolaus Dominik, dpa

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