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Bisher schmuste das verstoßene Elefanten-Baby Jamuna (3 Monate) nur mit den Pflegern. Durch den Kontakt zu Elefantenkuh Temi wird das Baby jetzt langsam in die Herde integriert.

Kuschel-Therapie für Baby Jamuna

München - Das verstörte Elefanten-Baby Jamuna vom Tierpark Hellabrunn: Kann die erwachsene „Tante“ Temi ihr helfen, Vertrauen zu anderen Elefanten zu fassen?

Das drei Monate alte, von seiner Mutter verstoßene Baby stapfte bisher allein durchs Elefantenhaus. Schmusen ging nur mit den Tierpflegern, höchstens a bisserl Rüsselkontakt zu ihren Artgenossen war drin. Das tägliche Kuscheln mit Elefantenkuh Temi ist nun die neue Therapie: „Unser Ziel ist es, Jamuna komplett in die Herde zu integrieren“, erklärt Tierparkchef Dr. Andreas Knieriem der tz.

Es war das große Drama von Hellabrunn: In der Nacht zum 21. Dezember hatte Panang bekanntlich nach zwei erfolglosen Schwangerschaften ihr erstes Junges zur Welt zur Welt gebracht – ganz München feierte zuerst die erste glückliche Hellabrunner Elefantengeburt seit 60 Jahren. Alles war perfekt – bis Panang in den Weihnachtstagen ihr Kind plötzlich wegschob. Die unglückliche Jamuna Toni magerte ab. Von drei menschlichen Ersatzvätern wird das kleine Rüsseltier seitdem mit Milch groß gezogen. Doch der Zoo-Direktor und sein Team will alles tun, damit Jamuna ein perfektes Elefantenleben führen kann. „Wir wollen hierarchische Strukturen aufbauen – eine Herde mit Tanten, Müttern und Großmüttern, zu denen sie Kontakt aufbauen kann.“

Jamuna: Das erste Elefanten-Baby seit 60 Jahren

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Den Anfang dazu macht jetzt die Schmuse-Therapie mit Temi. Seit Oktober 2006 ist die Elefantenkuh aus dem Berliner Tierpark Friedrichsfelde in Hellabrunn und hatte als einzige der Münchner Elefanten-Damen schon Erfahrung mit Jungtieren. Vorsichtig darf sie sich täglich Jamuna annähern. Zuerst waren es zehn Minuten, dann eine Viertelstunde, dann eine Stunde. Immer unter Aufsicht der Pfleger. Irgendwann soll Jamuna dann ganz normal mit allen Elefanten – auch mit Mutter Panang – umgehen können. Säugen wird ihre Mama sie aber nicht mehr. Es bleibt bei den täglichen Milch-Fläschchen.

Bisher klappt alles wunderbar: Jamuna und Temi verstehen sich super. Ansonsten ist das Baby auch mal allein. „Sie muss lernen, dass nicht immer jemand da ist, der sie bespaßt.“ Über 150 Kilo wiegt Jamuna schon. Jeden Tag wird’s ein Kilo mehr. Und es gibt gute Nachrichten für alle Tierpark-Fans: Ab nächster Woche können die Besucher Jamuna draußen beobachten. Wie nah darf man an sie heran? Dr. Knieriem verspricht: „Man wird sie sehr gut sehen können.“ Natürlich kann es auch mal sein, dass das Baby schläft. Meistens aber ist Jamuna hellwach, will spielen – und kuscheln!

Die Stars im Tierpark Hellabrunn

dfffd

Andrea Stinglwagner

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