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60-Jähriger vor Gericht

Hiebe mit dem Camping-Beil: Angeklagter bestreitet Tötungsabsicht

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München - Seine Nachbarn führten ein zu lautes Gespräch. Da soll sich Ahmet T. (60) sein Camping-Beil geschnappt haben und damit auf Georgi F. (32) losgegangen sein. Laut Anklage hat das Opfer den Angriff nur durch geschickte Ausweichmanöver überlebt.

Wegen versuchten Totschlags muss sich der Türke nun vor Gericht verantworten. Eine Tötungsabsicht streitet er ab.

Es geschah in der Nacht zum 26. Juni 2015. Ahmet T. und seine Frau kehrten nach einem langen Arbeitstag in ihre Wohnung in Neuperlach zurück. Weil der Angeklagte wieder früh raus musste, ging das Ehepaar gegen 23.30 Uhr zu Bett. Kurz darauf besuchte Jasmina R. mit ihrem Lebensgefährten Georgi F. ihre Mutter, die in der Wohnung direkt unter Ahmet T. lebte. Vor dem Hauseingang entwickelte sich eine launige Unterhaltung. Für den erschöpften Ahmet T. war das offenbar zu viel. Laut Anklage öffnete er das Schlafzimmerfenster, beschimpfte das Trio im Innenhof und drohte damit, alle umzubringen. Daraufhin soll ein heftiger Streit zwischen Ahmet T. und Georgi F. entbrannt sein. Der Angeklagte: „Er hat gesagt, ich solle doch runter kommen, wenn ich Eier in der Hose hätte.“ Zu viel für den stolzen Türken, der sich im Beisein seiner Ehefrau nicht demütigen lassen wollte. Laut Anklage nahm er ein Camping-Beil von der Wand, stürmte nach draußen, und versuchte Georgi F. schwer zu verletzen.

Die Anklage geht davon aus, dass Ahmet T. den Tod seines Opfers in Kauf genommen hat. Mehrmals soll er mit gezielten Beilhieben versucht haben, Georgi F. am Kopf zu treffen. Doch der konnte ausweichen, erlitt nur leichte Schnittverletzungen an Hals und Armen. Erst Ahmet T.s Frau konnte die Lage beruhigen. „Ich fühlte mich provoziert“, sagt Ahmet T. Von einer Tötungsabsicht könne keine Rede sein. „Ich habe im Leben noch nicht daran gedacht, einen Menschen umzubringen.“ Die Verletzungen habe sich Georgi F. in dem kurzen Handgemenge zugezogen. Gezielte Hiebe habe er nicht geführt. Als Nebenkläger fordert Georgi F. 7500 Euro Schmerzensgeld. Ein Urteil soll Mitte März ergehen.

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