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Sozialreferentin Dorothee Schiwy will Senioren mit einem breiten Angebot das Leben in München leichter machen.

Gratis-Mittagessen, Zuschüsse für Tablets

Hilfspaket für Senioren: Stadt  München will 4,4 Millionen Euro ausgeben

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Mehr Gratis-Mittagessen, Zuschüsse für Tablets und Laptops, mehr Hilfe im Haushalt: Die Stadt will das Angebot für bedürftige Senioren deutlich ausbauen. Der Stadtrat soll am Donnerstag zustimmen. Das Sozialreferat kalkuliert mit Kosten von zusätzlich über vier Millionen Euro im Jahr.

München wird älter. Derzeit leben rund 266 300 Menschen über 65 Jahren in der Stadt. Das entspricht einem Anteil von 17,3 Prozent an der Bevölkerung. 76 800 der Münchner sind sogar über 80 Jahre alt. Die Zahl der Senioren wird steigen, ähnlich wie die Gesamtbevölkerung. Die Verwaltung kalkuliert für das Jahr 2040 mit 327 200 Menschen über 65 Jahren. Nicht bei allen reicht die Rente, und wenn, dann oftmals nur für das Nötigste.

Damit Senioren auch weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, will die Stadt ihr Engagement ausbauen. Das Maßnahmenpaket wird abermals rund 4,4 Millionen Euro im Jahr kosten. Ab 2020 investiert die Stadt dann insgesamt elf Millionen Euro jährlich mehr in die Altenhilfe als noch im Jahr 2012.

Vorgesehen ist mit dem Geld unter anderem der Ausbau des kostenlosen Mittagessens in den Alten- und Servicezentren (ASZ). Das Angebot soll in allen Einrichtungen an fünf Tagen die Woche gelten. Es richtet sich an Senioren, die Grundsicherung im Alter beziehen. Derzeit sind das laut Stadt 14 100 Menschen, wobei Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) von einer tatsächlich höheren Zahl ausgeht. Viele trauten sich aus Scham nicht, die gesetzliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Gratis-Mittagessen bekommen überdies alle Menschen, deren verfügbares Haushaltseinkommen unter 1350 Euro liegt. „Auch wer mehr Geld zum Leben hat, ist aber willkommen“, sagt Schiwy. Für jene Menschen gibt es das Mittagessen gegen einen kleinen Betrag von zwei bis drei Euro. Prämisse ist nicht nur, dass Menschen eine gute und günstige Mahlzeit erhalten, sondern auch der soziale Gedanke, mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Mit einem weiteren Vorstoß will das Sozialreferat Werte-Schecks einführen. Die gibt es pro Haushalt viermal im Monat, gegen Vorlage beim Referat können so beispielsweise Putz- oder Haushaltshilfen bestellt werden. Die Stadt zahlt dafür einen Teilbetrag. Vorstellbar ist laut Schiwy, dass auch Langzeitarbeitslose so wieder in Arbeit vermittelt werden. Die würden vorher entsprechend geschult. Ein Konzept wird aber noch ausgearbeitet, das Angebot soll sodann im Rahmen der Pflegebörse auch online abrufbar sein.

Ferner möchte das Sozialreferat das Angebot an Begleit- und Fahrdiensten erweitern. Bislang bietet dies etwa die Aubinger Nachbarschaftshilfe an. Ehrenamtliche begleiten Senioren beim Gang zum Arzt, zur Behörde oder auch mal in ein Konzert. Die Verwaltung möchte ein flächendeckendes Angebot schaffen, in allen 13 Sozialregionen. Der neue Dienst würde ebenfalls auf Ehrenamtliche setzen, das Sozialreferat würde das Angebot koordinieren.

Darüber hinaus möchte die Verwaltung diverse Projekte fördern, etwa die mobile Tafel der Johanniter. Für jeden Seniorentreff soll es einen Laptop und einen Router geben, überdies gibt es bis zu 250 Euro Zuschuss für bedürftige Senioren, wenn diese sich einen Laptop oder ein Tablet anschaffen wollen. Der Stadtrat soll sich am Donnerstag mit dem Maßnahmenpaket, den Kosten und dem zusätzlichen Personal befassen. Schiwy: „Wir wären sehr froh, wenn der Stadtrat zustimmt.“

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