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Frostige Angelegenheiten: An den nächsten Wochenenden werden die Gleise des künftigen S-Bahn-Halts „Hirschgarten“ in Position gebracht. Am kniffligsten: Das Gleis, auf dem bisher Züge nach Pasing rollen, muss tiefer gelegt werden. Entscheidend für die gesamten Arbeiten ist daher laut Chef-Planer Klemens Kretschmer das zweite März-Wochenende.

Hirschgarten: Knifflige Arbeiten beim S-Bahn-Bau

München - Der Bau des neuen S-Bahn-Halts „Hirschgarten“ geht in die heiße Phase: An den nächsten Wochenenden werden die Gleise tiefer gelegt - es kommt zu massiven Einschränkungen.

Im Sommer wäre es ein Leichtes: das Gleis abzusenken, auf dem am „Hirschgarten“ in Zukunft die Züge zum Ostbahnhof halten. Doch jetzt liegen die Schienen bei frostigen Temperaturen im Schnee. Der Schotter im Gleisbett muss ausgehoben und fast einen Meter tiefer wieder aufgeschichtet werden. Dem gefrorenen Erdboden, so hoffen die Planer, können sie dabei aus dem Weg gehen.

Falls nicht, verzögert sich alles, sagt Projektplaner Klemens Kretschmer. „Dann ist die Inbetriebnahme des Bahnhofs zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nicht möglich.“ Entscheidend sei dieses Wochenende am 7. März.

Der Hirschgarten-Halt ist der 148. im Münchner S-Bahnnetz – seit den Olympischen Spielen der Erste auf der Stammstrecke. Der 210- Meter-Bahnsteig soll bis zu 15 000 Menschen als Ein- und Ausstieg dienen. So erschließt die Bahn die Siedlung Hirschgarten mit 6000 Bewohnern.

Jetzt geht es in die entscheidende Phase: den Umbau der Gleise. Gleich in drei Schichten rücken die Arbeiter am letzten Februarwochenende und dem darauf folgenden an. Das neue Gleis nach Pasing liegt schon auf dem Bahndamm. Es ist zuerst an der Reihe. Von Samstagabend, 28. Februar, bis Betriebsschluss am Sonntag wird es mit der Stammstrecke verbunden. Ein massiver Eingriff auf diesem Nadelöhr, auf dem pro Stunde 24 Züge in jede Richtung unterwegs sind. Sie alle fallen aus – für die ganze Zeit der „Gleisverschwenkung“.

Der kritische Moment folgt in der Woche darauf: Das Süd-Gleis wird tiefer gelegt, auf das gleiche Niveau wie sein nördlicher Nachbar. Damit der Bahnsteig nicht zu abschüssig wird. Die Pasing-Seite liegt einen knappen Meter unterhalb der alten Trasse. Für Züge wäre sonst die Brücke zu niedrig. Kretschmer ist zuversichtlich, das Bett leerzuräumen – und nicht später neu damit anfangen zu müssen.

Komplett gesperrt wird die Strecke an den Wochenenden nicht. Ein Pendelzug fährt alle 20 Minuten von Pasing zum Ostbahnhof. Wer von Osten kommt, kann normal bis Donnersbergerbrücke fahren. Einige Züge von Westen rollen auf den Regionalzug-Gleisen in den Hauptbahnhof. Für August und noch einmal für Oktober sind weitere Sperrungen angekündigt – wenn das Bahnsteigdach kommt und die Elektronik eingebaut wird.

Kolja Kröger

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