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So soll es aussehen: Zu den beiden Hochhäusern kommen noch ein Hotel und zwei Bürogebäude dazu.

Wohnen bei Freunden

Hirschgarten: 100-Millionen-Euro-Wohnprojekt

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München - Die Landesbank Baden-Württemberg plant ein 100-Millionen-Euro-Wohnprojekt in der Nähe des Hirschgartens und vermarktet es mit Vokabeln, die den Hauch der Exklusivität verbreiten sollen.

Von Kitchen-Lounge bis Storage-Konzept

Obacht, Anglizismen: Kitchen-Lounge, Storage-Konzept, Cube-System. Kein Mensch weiß, was sich dahinter verbirgt - aber: Es klingt exklusiv. Und das ist wichtig, vor allem wenn man etwas Exklusives verkaufen will. Weil: Küche und Esszimmer (Kitchen-Lounge) klingt nach einer Garnitur aus Buche und zwei Kindern, die am Sonntagmittag lustlos in ihrer Spaghetti-Bolognese rumstochern. Und Storage-Konzept vieeeel besser als schnöder Stauraum im Keller. Verkauft werden soll schließlich nicht die Wohnzimmer-Schrankwand „Eiche rustikal“ - sondern schicke Eigentumswohnungen.

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Baubeginn ist im Sommer

Und deswegen stellte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gestern ihr neues Bauprojekt auch nicht irgendwo vor, sondern im obersten Stockwerk des Mercedes-Towers. Im Sommer sollen die Bauarbeiten für das mehr als 100 Millionen Euro teure Wohnprojekt am Hirschgarten beginnen, auf einem Grundstück westlich der Wilhelm-Hale-Straße. Mitte 2016 dann soll das exklusive Wohnquartier fertig sein. Geplant sind zwei Bürogebäude, ein Hotel und zwei 53 Meter hohe Hochhäuser (Tower), in die vornehmlich zahlungskräftige Singles oder Paare einziehen sollen. Die Preise für die jeweils 130 Eigentumswohnungen gehen bei 239 000 Euro los und hören bei einer runden Million auf. Je nachdem, in welchem Stockwerk die Wohnung sein soll - und wie groß.

Roofgarden (Dachterrasse) und Fitnessstudio

Angepriesen werden die Tower als eines der innovativsten Wohnkonzepte, das München je gesehen hat. Die LBBW hat das Projekt auf den Namen „Friends“ getauft. Freunde. Und zwar deshalb, weil die zukünftigen Bewohner sich einige der Bereiche in den Türmen teilen sollen. Zum Beispiel die Kitchen-Lounge, den Roofgarden (Dachterrasse), das Fitnessstudio, das Deli (Café) oder den Keeper. Der Keeper (Hausmeister, Portier und Concierge) soll Pakete annehmen (packet-service) und in der Kitchen-Lounge durchwischen, wenn dort gekocht wurde.

Ziel: Luxus und soziale Kontakte

Mit diesem Konzept wollen die Betreiber verschiedenen Bedürfnissen der Bewohner Rechnung tragen: Luxus - und soziale Kontakte. Denn so ein 15 Stunden-Arbeitstag fördert vielleicht die Karriere, lässt aber wenig Zeit für Freunde.

Aber bei aller Freundschaft: Die Dachterrasse am Tower 1 soll auch nur für die Bewohner von Tower 1 sein. Nicht dass die Tower-2-Bewohner plötzlich den Holzkohlegrill rüberschleppen und die Nachbarschaft damit vollqualmen.

Auf Balkone an den Wohnungen will man gleich ganz verzichten. Wie es der Architekt erklärt: Dann könnte ja der Nachbar winken und fragen, ob der Kuchen schon fertig ist. Oder einem ein Schwätzchen aufdrängen. Kurz: Er könnte nerven. „Das Private ist ja auch wichtig“, sagt der Architekt. Friends hin oder her.

Patrick Wehner

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