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Die Erde.

Seit fast 30 Jahren in der Bibliothek

Historisches Exponat in Bayerischer Staatsbibliothek ist eine Fälschung

Seit fast 30 Jahren findet sich die Waldseemüllerkarte in der Bayerischen Staatsbibliothek. Jetzt stellte sich heraus: Die vermeintlich historische Weltkarte ist eine Fälschung.

München - Die historische Waldseemüllerkarte ist dafür berühmt, dass auf ihr erstmals der Name „America“ verwendet wird. Jetzt stellt sich heraus: Das Exemplar in der Bayerischen Staatsbibliothek in München ist eine Fälschung. Es handele sich nicht um ein Original, sondern um eine wohl vor 1960 entstandene Kopie, teilte die Staatsbibliothek am Donnerstag mit. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

„Der bisher auf das Jahr 1507 datierte Druck ist eines von heute nur sechs bekannten Exemplaren“, erklärte die Staatsbibliothek. Die sogenannte Globensegmentkarte wurde von dem Freiburger Kartographen Martin Waldseemüller (1470 - 1522) erstellt. Sie gilt als „Geburtsurkunde“ Amerikas, weil der neu entdeckte Kontinent dort erstmals unter der Bezeichnung „America“ auftaucht. Bei der Namensgebung hat sich Waldseemüller geirrt: Er hielt den Seefahrer Amerigo Vespucci für den Entdecker des Kontinentes, nicht Christoph Kolumbus.

Die Staatsbibliothek hatte 1990 ein Exemplar der Weltkarte für zwei Millionen D-Mark erworben. Der Verdacht einer Fälschung kam auf, als ein weiteres Exemplar beim Auktionshaus Christie's in London bekanntwurde. Vor der Versteigerung verglich das Auktionshaus die Karte mit dem Dokument in München. Dort folgte dann eine materialwissenschaftliche Untersuchung. Ergebnis: Beide Karten sind Kopien des Exemplars der University of Minnesota in den USA. Die Staatsbibliothek prüft nun, ob rechtliche Ansprüche geltend gemacht werden können.

dpa

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