Hochhaus-Abriss Stück für Stück

München - Einer der „Elefanten" im Arabellapark hat ausgedient. Das massige Hochhaus der Bayerischen Versorgungskammer mit einer Höhe von 58 Metern wird gegenwärtig Stück für Stück abgetragen. Bis 2013 soll ein völlig neues Konzept verwirklicht werden.

Als Josef Schörghuber damit begann, seinen Traum von der Stadt in der Stadt Gestalt werden zu lassen, kamen Baumuster heraus, die der Architekt Le Corbusier postulierte: die Wohnmaschine mit einer Vielzahl von Funktionen im Haus. Dieser Idee folgte das Arabella-Haus (1969). Die Büro-Scheibe, Arabellastraße 30, entstand in den Jahren 1969 bis 1973.

Der Kontrast gegenüber dem neuen Projekt, „Arabeska“ genannt, könnte nicht drastischer sein. Statt der 58 nur noch 22,5 Meter Höhe, aber ausladend in weite Rundungen, stellt sich die neue Versorgungskammer vor. Dabei gibt es eine erhebliche Mehrung der Geschossflächen von 15 800 auf fast 26 000 Quadratmeter. Die Architekten spendieren ihren Bauherrn derzeit gern viel Dichte, aber aufgelockert durch zentrale Höfe. Ein solcher fehlt auch hier nicht. Er ist teilweise transparent überdacht, so wie es gleich nebenan in gänzlich anderer Hülle das Hypo-Gebäude neben dem Turmbau vorstellt.

Arabeska wächst lediglich sechs Etagen hoch – die Scheibe trumpft (noch) mit 14 Geschossen auf.

Die Konzeption des Viertels wollte Wohnen und Broterwerb kombinieren. Das konnte nur mit sauberen und leisen Arbeitsplätzen gelingen. München als expandierende Dienstleistungs-Stadt bot den Humus dafür. Die Investoren stapelten reichlich Büros.

Ein Modell dieses Leitgedankens bietet der Neubau auf fast kokette Weise. Neben dem Bürokomplex lässt die Versorgungskammer einen freistehenden Bau mit acht Etagen hochziehen: Oben 28 Wohnungen der gehobenen Klasse, im Parterre eine Kinderkrippe für vier Gruppen.

Eberhard Geiger

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