Hochschule auf Areal der eingestürzten Reichenhaller Eishalle

Bad Reichenhall - Der oberbayerische Kurort Bad Reichenhall ist auf dem besten Wege zu einem Hochschulstandort für Tourismus-Manager. Schon in diesem Herbst soll in provisorischen Räumen der Ausbildungsbetrieb starten.

Im September 2009 will die Internationale Fachhochschule Bad Honnef-Bonn in der Stadt nahe dem österreichischen Salzburg dann in eigenen Räumen loslegen. Errichtet werden soll die Hochschule samt Wohnheimen für die Studierenden mit einem zweistelligen Millionenaufwand auf dem Gelände der vor gut zwei Jahren eingestürzten Eissporthalle von Bad Reichenhall. Bei dem Unglück starben 15 Menschen.

Bei den Stadträten stieß das Vorhaben auf "einhellige Begeisterung", wie Sprecher Gerhard Fuchs berichtete. Das Gremium hatte sich am Dienstagabend in einer eigens einberufenen nicht öffentlichen Sitzung mit den Plänen beschäftigt. Der Stadtrat sprach sich in einem Grundsatzbeschluss dafür aus, die Flächen zur Verfügung zu stellen. Am Mittwoch wurde das Projekt in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert.

Demnach plant die Trägergesellschaft der privaten Fachhochschule in Bad Reichenhall einen Bildungscampus mit Angeboten in den Bereichen Hotel-und Tourismusmanagement für Vollzeit-Studierende. "Dabei sollen neben den etablierten Bachelor- und Masterstudiengängen auch zusätzliche Weiterbildungsstudiengänge im Hotelsektor angeboten werden", wie Vertreter der Hochschule erläuterten. Die vor zehn Jahren gegründete Internationale Fachhochschule Bad Honnef-Bonn zählt derzeit knapp 1400 Studenten sowie mehr als 100 Professoren und Dozenten. Nicht vom Tisch sind in der Stadt die Pläne für ein neues Schwimmbad auf dem selben Areal, wo auch die Fachhochschule entsteht. Dies sieht das Ergebnis eines Bürgerentscheides vom 10. Februar vor. Eine Mehrheit der Reichenhaller Bewohner hatte sich für den Bau der Schwimmhalle an jenem Ort ausgesprochen, wo vor dem Einstutz der Eishalle schon einmal ein Bad stand. "Wir werden den Bürgerentscheid respektieren", sagte Stadtsprecher Fuchs, "aber wir müssen auch diese großartige Chance für unsere Stadtentwicklung wahrnehmen." Jetzt müsse eine vernünftige Planung erstellt werden, die neben der Hochschule auch Platz für ein neues Schwimmbad schafft.

Am 2. Januar 2006 waren beim Einsturz der Eishalle 15überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen. Derzeit wird am Landgericht Traunstein die Schuldfrage der Katastrophe geklärt. Die Trägergesellschaft der neuen Fachhochschule unterstützt indessen die Pläne zur Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer des Unglückes. Der Gedenkort am Rande der Unglücksstelle solle "respektvoll" in das Gesamtkonzept integriert werden, teilte die Hochschule mit.

dpa

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