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Eine Strompreis-Erhöhung droht wegen steigender Kosten für die Netze.

Kosten für Netze steigen

Ab 2017 drohen den Münchnern höhere Strompreise

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München - Die Münchner müssen sich im nächsten Jahr auf höhere Strompreise einstellen. Grund sind drastisch gestiegene Kosten für die Stromnetze. Auch die Umlage für erneuerbare Energien dürfte 2017 wieder angehoben werden. 

Strom wird für die Haushalte im kommenden Jahr wohl wieder teurer. Deutschlands größter Stromnetzbetreiber Tennet hat eine Anhebung seiner Netzentgelte um 80 Prozent angekündigt. Netzentgelte machen laut Bundesnetzagentur etwa ein Fünftel des Strompreises für Privatkunden aus. Dazu kommt laut dem Vergleichsportal Verivox eine steigende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 6,35 Cent je Kilowattstunde auf 7,1 bis 7,3 Cent. Ein Durchschnittshaushalt im Tennet-Netzgebiet mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden muss laut Verivox mit Mehrkosten von bis zu 44 Euro im Jahr rechnen. Das entspricht einer Preiserhöhung um vier Prozent.

Auch die Stadtwerke München (SWM) sind Kunde von Tennet. Auf Anfrage wollte sich der Versorger am Montag aber nicht in die Karten schauen lassen. „Wie sich die Preise weiter entwickeln werden, kann nicht vorhergesagt werden, da diese von vielen verschiedenen Faktoren abhängen“, sagte ein Sprecher. Insgesamt machen Steuern, Abgaben und Netzentgelte bislang rund 79 Prozent des Strompreises in München aus. Auf diese Preisbestandteile hat die SWM-Versorgungs-GmbH keinen Einfluss. Lediglich die verbleibenden 21 Prozent entfallen auf die Energiebeschaffung – also den Stromeinkauf sowie die Kosten, die den Stadtwerken durch Vertrieb und Service entstehen. Noch gibt man sich beim Münchner Versorger wortkarg. Dass der zuletzt zum 1. März dieses Jahres erhöhte Strompreis für Privatkunden stabil bleibt, scheint aber nahezu ausgeschlossen.

Langsamer Ausbau der Netze Hauptursache

SWM-Chef Florian Bieberbach will sich noch nicht in die Karten schauen lassen. 

Grund für den Preissprung sind Schwierigkeiten bei der Energiewende. Tennet-Deutschlandchef Urban Keussen nannte im Interview mit dem Handelsblatt den langsamen Ausbau der Netze als Hauptursache für die Preiserhöhung. Während der eigentliche Netzausbau lediglich für fünf Prozent der Kostensteigerungen verantwortlich sei, machten „netzstabilisierende Notmaßnahmen“ 95 Prozent aus. Tennet hat in diesem Jahr 700 Millionen Euro ausgegeben, um das Netz stabil zu halten. Laut dem Tennet-Chef haben die Verzögerungen beim Ausbau der Netze „wesentlich höhere Kosten zur Folge als der Netzausbau selbst“.

Im Zuge der Energiewende sind neue Hochspannungsleitungen notwendig. Das hängt vor allem damit zusammen, dass in und an der Nord- und Ostsee immer mehr Strom aus Windkraft produziert wird. Auch die Stadtwerke München betreiben Windparks in der Nordsee. Zugleich werden bis 2022 nach und nach die Atomkraftwerke stillgelegt, von denen viele im Süden der Republik stehen. Der Strom muss deshalb anders verteilt werden als bisher – und die bestehenden Netze reichen dafür nicht aus. Deutschland ist unter den Netzbetreibern in Versorgungsgebiete aufgeteilt. Tennet und 50Hertz decken den Norden, Süden und Osten ab, Amprion und TransnetBW sind im Westen und Südwesten aktiv.

„Erhebliche Mehrbelastungen für die Verbraucher in 2017“

Wie hoch die Erneuerbare-Energien-Umlage ausfällt, werden die Übertragungsnetzbetreiber Mitte Oktober bekannt geben. „Dann lässt sich eine Aussage zu den Strompreisen treffen“, sagte SWM-Geschäftsführer Florian Bieberbach kürzlich im Interview mit unserer Zeitung. Etwas Hoffnung, dass die Preise nur in geringem Maße steigen, machen die Stadtwerke ihren Kunden immerhin. „In der Vergangenheit war es so, dass die SWM den Anstieg von Umlagen teilweise durch eine bessere Beschaffung abmildern konnten.“

Beim Vergleichsportal Verivox hat man daran Zweifel. „Der absehbare Kostenanstieg wird für die Lieferanten kaum über günstige Einkaufspreise zu kompensieren sein“, sagt Jan Lengerke von Verivox. Stattdessen rechnet er mit „erheblichen Mehrbelastungen für die Verbraucher in 2017“. Es bleibe abzuwarten, welchen Teil der Kosten die Lieferanten an die Haushalte weitergäben.  

Mit Material von AFP

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