Frau verklagt Münchner Reise-Riesen

Horror-Unfall im Traumurlaub: Boot-Schraube zerfetzte ihr Bein

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München - Der Traumurlaub wurde für Rebecca G. und ihren Ehemann zur Hölle, als die 34-Jährige bei einem Bootsausflug schwer verletzt wurde. Nun verklagt sie den Münchner Reiseveranstalter FTI Touristik auf Entschädigung.

Es ist ein Rechtsstreit, der um die halbe Welt geht. Rebecca G. aus Hessen hatte in ihren Flitterwochen auf den Malediven den Horror erlebt. Die Antriebsschraube eines Motorbootes hatte ihre Beine zerfetzt – Not-OP, Intensivstation! Jetzt fordert sie vom Münchner Reiseveranstalter FTI Touristik Entschädigung und Schmerzensgeld. Es geht um fast 80.000 Euro. Ein jahrelanges Tauziehen droht.

Aus dem Traumurlaub wurde die Hölle für Rebecca G. und ihren Ehemann. Über 4000 Euro haben sie im Mai 2013 für eine Woche Sonne, schneeweißen Strand und türkisblaues Meer hingeblättert. Bei einem Tauchausflug am Reethi Beach Resort kam es dann zum Drama. Die 34-Jährige wurde von einem Motorboot erfasst und schwer verletzt. „Ich habe noch heute starke Schmerzen, kann nicht richtig gehen, an Sport ist nicht zu denken“, erzählt die Finanzbeamtin der tz nach der Güteverhandlung vor dem Münchner Landgericht I am Dienstag. Unglaubliche 18 Operationen hat sie hinter sich. Zwei weitere folgen noch.

Die Hessin macht FTI Touristik für den Unfall verantwortlich. Das Unternehmen weist jegliche Schuld von sich. Im Gegenteil: „Wir haben es mit einer Mitverschuldung zu tun“, heißt es von anwaltlicher Seite. Rebecca G. habe gegen Tauchregeln verstoßen. „Man sollte sich nicht dort aufhalten, wo Propeller sind.“

Unternehmen lehnt Einigung ab

Für FTI Touristik liegt die Schuld bei Rebecca G. und der Tauchschule. Diese sei zwar im Hotel ansässig, agiere aber komplett eigenständig. Den Tauchgang haben Rebecca G. und ihr Ehemann vor Ort separat gebucht. Warum dem Reisebüro dennoch eine Verantwortung zukommen könnte: Das Boot, das Rebecca G. erfasst hatte, gehörte dem Hotel. Damit werden Gäste über einen Steg an- und abtransportiert.

Richter Uwe Habereder sieht den Sachverhalt anders und stellt gegenüber FTI Touristik klar: „So wie es sich in diesem Fall abgespielt hat, werden Sie aus der Haftung nicht rauskommen.“ Eine Einigung lehnt das Unternehmen aber ab.

Das Gericht will nun Beweise sammeln. Deshalb werden ab Frühjahr 2017 wichtige Zeugen vernommen. Rebecca G. schickt dabei ihren Ehemann, eine Reiseleiterin und einen Touristen als Augenzeugen ins Rennen. Eine wichtige Rolle spielt die Aussage des Bootsfahrers. Hat er Rebecca G. als Taucherin erkennen können? Doch ihn nach München zu laden, dauere mindestens zwei Jahre, meint Haber-eder. Erst im März geht’s weiter. Und für Rebecca G. beginnt die Zeit des Wartens.

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