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Howard Carpendale verzückte seine Fans in der Olympiahalle.

Carpendale in München

Konzert-Kritik: Großartisch, Howie!

München - Die 5000 Fans, die zum Konzert von Howard Carpendale in die Olympiahalle pilgerten, haben alles richtig gemacht. Die Konzertkritik:

München – es begrüßte Howard Carpendale herzlich wie gewohnt. Ganz so viele wie früher wollten den Schmus-Operator aus Südafrika zwar nicht mehr sehen. Aber die 5000, die zum Howie-Schauen in die Olympiahalle pilgerten, hatten alles richtig gemacht. Der sagenumwobenen Alice mag zwar 37 Jahre nach ihrem überstürzten Umzug längst das Rheuma einschießen – doch Carpendale liefert zwei Jahre vor seinem 70. immer noch erstklassiges Entertainment. Schlagersänger? Pah, was für ein Quatsch! Der Mann mit dem Kleiderschrank-Format ist längst eine Art Ü50-Robbie Williams. Motto: Howie Deep is Your Love?

Bei den vielen Ladies, deren Gentlemen teilweise nach dem Konzert draußen zum Abholen warteten, geht die Liebe jedenfalls immer noch ganz schön tief. Howie selbst findet sisch auch rischtisch super. „Achtnviersisch Jahre auf die Bühne, 700 Lieder aufgenommen, 53 Titel in den Charts“, schwärmt er von sisch, und das darf er auch. Denn bei ihm geht’s noch um Songs, um Charisma, um Qualität – und nicht darum, mit Trapez-Kunststückchen von dünn-dümmlicher Musik abzulenken.

Mit erstklassiger Band – zehn Mann, zehn Könner – wird selbst ein 1980er-Hadern wie Es geht um mehr zum zeitgemäßen Pop aufpoliert. Und von der Wucht eines Nachts, wenn alles schläft können heutige Schlager-Elsen ihr Leben lang nur träumen. Statt billigen Synthies gibt’s bei Howie leibhaftige Gitarren. Und beim Schönen Mädchen von Seite 1 im Blues-Format nimmt sich Menschen-Fischer Carpendale mit einer Rap-Einlage seines Percussionisten wunderbar selbst auf den Arm. Manchmal rockt er sogar, Tür an Tür mit Elvis.

Selbst die neuen Songs fallen kaum ab. „Alles wird anders“ singt er im aktuellen In diesem Moment. Doch vieles bleibt gleich: Howie sieht fit aus wie gewohnt, schwoft immer noch verliebt mit seinem Mikroständer, wie einst bei Heck. Ans Aufhören denkt er nicht, und ulkt: „So lange isch jünger bin als der Papst, singe isch weiter.“

Momentan hat Carpendale neun Jahre Vorsprung, und daran wird sich vorläufig nichts ändern. München feiert ihn, Howie macht weiter – und das ist keine schleschte Nachrischt.

Jörg Heinrisch

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