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Eveline Kosenbachs Hartnäckigkeit wurde belohnt.

Tierdetektivin rettet Patty

Hündin acht Monate ausgebüchst - Suche führt Tierheim-Chefin sogar bis ins Bordell

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Eine Hündin einfangen klingt anstrengend - vor allem wenn man acht Monate nach ihr sucht. Eveline Kosenbach hat viel Geld ausgegeben um das Tier zu finden. 

München - „Ich weiß, ich bin irre. Aber ich kann nicht anders. Ich würde es immer wieder tun,“ sagt Eveline Kosenbach und lacht. In der Tat, es klingt ein bisschen irre: Acht Monate lang ging die Chefin der Vermisstenstelle im Münchner Tierheim meistens nachts und in ihrer Freizeit mit Nachtsicht-Fernrohr, Infrarot-Falle, Wildkamera und ungezählten Tassen Tee auf die Pirsch nach Hündin Patty – einer Ausreißerin, die sich nicht mehr einfangen ließ.

Evi Kosenbachs Hartnäckigkeit hat sich gelohnt: Am Mittwoch um 23.52 Uhr ging die verwilderte und extrem misstrauische Geister-Hündin im Biotop-Gelände nahe des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Perlach endlich in die Falle.

Patty kam Anfang Juni aus Griechenland zu einer Frau nach Moosburg (Landkreis Freising). Am 23. Juni stand eine Tür offen – und die Hündin war weg. Im Hochsommer tauchte sie plötzlich in Perlach nahe des Wichernwegs auf. Und los ging das Katz-und-Maus-Spiel…

„Für 1000 Euro eine Infrarot-Falle besorgt“

„Ich habe mir für 1000 Euro eine Infrarot-Falle besorgt. Über das Wippbrett herkömmlicher Fallen wäre sie nie gegangen“, erzählt Kosenbach. Aus anfangs zehn Metern Entfernung führte Evi Kosenbach die Spur der Leckerlis zentimeterweise auf die Falle zu. Nicht ohne Pro­bleme: „Füchse, Katzen, Habichte und Igel fraßen alles weg. Am schlimmsten waren die Krähen.“

Endphase der Hundejagd: Eveline Kosenbach stellt einen Napf mit Fleisch in die Falle – unwiderstehlich für die äußerst vorsichtige, aber hungrige Hündin, die letztlich nicht widerstehen kann. Ein paar Tage nach diesem Foto klappte die Falle zu.

Manchmal verschwand Patty tagelang: „Da wurde sie vermutlich gefüttert. Gut gemeint, aber ärgerlich für mich.“ Es gab auch Verbündete: „Der Jäger auf der Fuchsjagd verschonte Patty. Und der nette Platzwart des Gymnasium ließ mich nachts aufs Sportgelände.“ Dann war Patty plötzlich weg. „Wir sind kilometerweit auf gut Glück gefahren und haben Unmengen Trockenfutter aus dem Fenster geworfen.“ Und tatsächlich: Patty kam zurück.

„Ich glaube, sie ist beleidigt“

Auf der Suche nach dem Ruheplatz der Hündin platzte Eveline Kosenbach nachts in ein Bordell in einem Abbruchhaus: „Ich habe da wohl gestört…“ Den Heiligen Abend und Silvester verbrachte die Tierdetektivin auf Lauerposten in ihrem Auto. Dann kam die Kälte: „Ich dachte, jetzt ist es aus.“ Schließlich fiel doch die Klappe hinter Patty zu. Der Hund bellte. Und die Evi hätte heulen können – vor Glück.

Patty erholt sich nun im Tierheim und würdigt ihre Retterin keines Blickes: „Ich glaube, sie ist beleidigt. Weil ich schlauer war als sie. Macht nichts. Wir werden schon noch Freunde.“

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