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Im Herzen von München: Der Hugendubel am Marienplatz.

Umbau für eineinhalb Jahre

Marienplatz: Hugendubel schließt - Das sind die Pläne

München - Der Hugendubel am Marienplatz schließt ab Montag für eineinhalb Jahre. Grund: Größere Umbau-Arbeiten, die auch die Zufahrt zum Rindermarkt betreffen. Ein Probelauf für die geplante Fußgängerzone.

Nina Hugendubel wirkt entspannt. Sie lächelt, trägt einen eleganten dunklen Hosenanzug. Ihr kurzes, blondes Haar kommt perfekt zur Geltung. Die geschäftsführende Gesellschafterin der größten inhabergeführten Buchhandlung Deutschlands hat im Café der Marienplatz-Filiale Platz genommen. Von hier oben hat man einen prima Blick über den Marienplatz. Nina Hugendubel sagt: „In eineinhalb Jahren sehen wir uns wieder - und das war nicht ganz selbstverständlich.“

Die geschäftsführende Gesellschafterin Nina Hugendubel.

Nach einem Verhandlungspoker mit dem Hauseigentümer, der Bayerischen Hausbau, hatte die Deutsche Telekom als neuer Hauptmieter vor zwei Jahren den Zuschlag bekommen. Lange stand die Zukunft von Hugendubel am Marienplatz auf der Kippe. Dann die überraschende Wende im April 2015: Eine von allen Beteiligten getragene Untermietvertragslösung wurde gefunden. Von Sommer 2017 wird Hugendubel in dem kernsanierten Gebäude eine kleine Fläche im Erdgeschoss gegenüber des „Alten Peters“ beziehen, die als Eingangsbereich dienen und in die Verkaufsfläche im ersten und zweiten Stock führen wird. Die neue Filiale wird dann von derzeit 3600 auf 1200 Quadrameter verkleinert werden, dafür insgesamt großflächiger und heller sein.

Nina Hugendubel betont: „Unser neues Unternehmenskonzept setzt ohnehin auf kleinere Flächen, weil wir auch online stärker geworden sind.“ Das Internet-Geschäft macht nach Bekunden der Geschäftsführerin mittlerweile etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. In etwa genauso viel wirft die Marienplatz-Filiale ab. Sie ist die mit Abstand wirtschaftlich stärkste der deutschlandweit 90 Filialen. Nach der Renovierung werden auch das Café sowie die beliebten individuelle Lese-Ecken verbleiben.

Mitarbeiter werden teilweise ausgelagert

Von Montag an muss Hugendubel einen Großteil der knapp 100 000 Bücher in die Innenstadt-Filialen am Stachus und in den Fünf Höfen umziehen. Dazu hat das Unternehmen Rikschas gemietet, außerdem kündigt Nina Hugendubel für den letzten Verkaufstag am Samstag unter dem Motto „Servus – und bis bald“ überraschende Kundenaktionen an. Ein Teil der Bücher dürfte auch an die Verlage zurückgeschickt werden.

Von den derzeit 85 Mitarbeitern am Marienplatz werden 52 übergangsweise in anderen Münchner Fililalen arbeiten. Die restlichen 33 Mitarbeiter hatten laut Nina Hugendubel entweder befristete Verträge oder verändern sich beruflich. „Wir haben zusammen mit dem Betriebsrat eine gute Lösung gefunden und konnten betriebsbedingte Kündigungen vermeiden“, sagt die Geschäftsführerin. 2015 sei für den Betrieb ein „bewegtes Jahr“ gewesen. „Die Mitarbeiter gingen durch ein Wechselbad der Gefühle.“

Zufahrt zum Rindermarkt bis Mai 2017 gesperrt

Nach dem Umbau wird es ein komplett neues Nutzungskonzept im gesamten Gebäude geben. Außer der Buchhandlung Hugendubel zieht die Deutsche Telekom mit einem modernen Flagship Store ein. Im Erdgeschoss wird das Café am Marienplatz von Karl-Heinz Wildmoser Junior weiterbestehen. Der dritte Stock ist als Büro- und Verwaltungsgebäude für Hugendubel und die Telekom geplant, der vierte Stock gehört ab 2017 dem Presseclub und die beiden obersten Stockwerke sind für ein Luxushotel reserviert, das die Brüder Geisel – auch Inhaber des Königshofs - betreiben werden.

Vermutlich von 15. Februar an wird die Zufahrt vom Rindermarkt zum Marienplatz dann bis etwa Mai 2017 gesperrt sein. Für die Baustelle muss ein großer Kran auf dem Rindermarkt aufgestellt werden. Zusammen mit dem Bauzaun ist dann kein Platz mehr für die Durchfahrt von Bussen, Taxis, Radfahrern und Rikschas. Die Sperrung ist als Probelauf anzusehen, weil die Stadt langfristig an dieser Stelle ohnehin eine Fußgängerzone plant. Die MVG sowie Taxiverbände wehren sich gegen diese Maßnahme. Die MVG kritisiert den Wegfall der Bushaltestelle, Umweltverbände sowie die Rathaus-Opposition echauffieren sich über die Sperrung für Radfahrer.

Klaus Vick

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