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Weil ein neuer Boden verlegt wird, erlaubt die Vermieterin von Doris L. keine Hunde mehr.

Hund in der Wohnung nicht mehr erlaubt

Münchnerin (76) fleht: "Bitte lasst mir meinen Snoopy"! 

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Seit 20 jahren lebt Doris L. (76) in ihrer Wohnung, seit einiger Zeit mit Chihuaha Snoopy. Der soll nun nicht bei ihr bleiben dürfen. Der Fall der Mieterin wirft einmal mehr die Frage auf: Darf der Vermieter die Haltung von Tieren in der Wohnung verbieten?

München - Doris L. (76) schläft zurzeit schlecht. Sie hat Angst, ihren heißgeliebten Chihuahua Snoopy abgeben zu müssen. Denn ihre Vermieterin will einen neuen Laminatboden in der Wohnung verlegen und will deshalb keine Hunde mehr in der Wohnung. "Nicht einmal besuchsweise, hat sie zu mir gesagt", klagt ihre Mieterin. Die Vermieterin argumentiert, dass sie Haustiere generell untersagt, und dies beim Einzug ihrer Mieterin auch gesagt habe. Im Mietvertrag steht davon allerdings kein Wort.

Hundebesuch hatte Doris L. schon oft. Sie lebt seit 20 Jahren in der 54-Quadratmeter-Wohnung in einer Gemeinde im Südwesten von München (700 Euro Warmmiete). Weil einer ihrer Söhne Chihuahuas hält, waren immer auch wieder welche bei ihr zu Gast. Der Rüde Snoopy ist schon zehn Jahre alt und gehört eigentlich ebenfalls ihrem Sohn. Doch da Doris L. ihn so sehr liebt, übernachtet er auch bei ihr, und dies in den vergangenen Jahren immer öfter. Im Mietvertrag ist schriftlich nichts in Bezug auf Haustiere geregelt.

Kleintierhaltung verboten: Das sagt der Experte

Stephan Immerfall, Mietrechtsexperte vom Mieterverein München, beruhigt: Kleintierhaltung könne ein Vermieter nicht verbieten, da sie zur gewöhnlichen Nutzung einer Mietwohnung gehöre. Bei Hunden komme es darauf an, ob die Wohnung geeignet ist zur Hundehaltung, wie groß der Hund ist, ob Schäden durch ihn zu befürchten sind und so fort: "Hier ist der Vermieter zur Abwägung aller Interessen verpflichtet."

Auch häufige Besuche eines kleinen Hundes könne der Vermieter nachträglich nicht verbieten – selbst dann nicht, wenn statt eines 20 Jahre alten Teppichs neuer Laminatboden verlegt werden soll. Denn da gehöre die gewöhnliche Abnutzung zum vertragsgemäßen Gebrauch. Hier könne die Vermieterin nicht darauf bestehen, dass die Mieter in ihr Verhalten komplett ändert.

"Ich könnte ja einen Teppich verlegen und das Laminat so schützen", schlägt die Doris L. vor. In ihren Augen ist Snoopy kein Störfaktor. "Er schläft ja eh die meiste Zeit auf dem Balkon." Und selbst wenn er mal bellt: Gelegentliches Hundegebell müssen die Nachbarn und der Vermieter hinnehmen – kritisch wird es erst, wenn das Tier ständig nachts die Nachbarn aus dem Bettbellt.

"Snoopy bellt höchstens, wenn es an meiner Tür klingelt, bisher aber gab es nie Beschwerden, weder von Nachbarn noch von der Hausverwaltung", sagt Doris L. Sie hofft, dass alles gut ausgeht: "Wenn mich Snoopy nicht mehr besuchen dürfte, würde mir das mein Herz brechen, und ich wäre nur noch todunglücklich."

Thema Tier: Was darf ein Vermieter verbieten?

Welches Tier halten Sie – und was wurde im Mietvertrag zum Thema Haustiere vereinbart? 

Davon hängt ab, ob ein Mieter ein Haustier in der Wohnung halten darf, erklären unsere Mietrechtsexperten vom Mieterverein München. Erlaubt der Mietvertrag die Tierhaltung, dann darf der Mieter übliche Haustiere – wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Hamster oder auch Ziervögel – halten. Ungewöhnliche Tiere wie Würgeschlangen oder Giftspinnen nicht.

Was ist, wenn der Mietvertrag keine Regelung zur Tierhaltung enthält? 

Dann kommt es darauf an, ob die konkrete Tierhaltung zum vertragsgemäßen Gebrauch gehört. Kleintiere wie Hamster, Mäuse, Meerschweinchen, Schildkröten, Fische können in jedem Fall gehalten werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Tiere in geschlossenen Behältnissen leben. Damit wird eine Beschädigung der Wohnung, etwa zerkratzte Tapeten oder angenagte Türstöcke, verhindert.

Ob Hunde und Katzen erlaubt sind, kann nicht pauschal gesagt werden.  

Hier müssen die Interessen aller Beteiligten abgewogen werden: Beurteilungskriterien sind Art, Größe, Verhalten und Anzahl der Tiere – und natürlich Art, Größe und Zustand der Wohnung oder des Hauses. Der Vermieter muss also z.B. einen Bullterrier oder eine Dogge im Einzimmerappartement nicht dulden.

Verbietet der Mietvertrag die Tierhaltung komplett, ist diese Klausel unwirksam. 

Außer, der Mieter übertreibt es und hat so viele Aquarien, dass die Bausubstanz des Hauses gefährdet ist. Oder es besteht die Gefahr, dass die Wohnung verwahrlost.

Der Vermieter ist verpflichtet, eine nachvollziehbare Einzelfallentscheidung zu treffen. Das bedeutet, er darf nicht einfach sagen, die Haltung einer Katze würde die Nachbarn stören. Einen großen Hund in einer kleinen Wohnung muss er nicht erlauben, dessen Haltung wäre ja auch nicht artgerecht. Bei kleinen Schoßhunden zeigten sich die Gerichte dagegen großzügig.

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