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Um sie geht es: Rechtsanwalt Christian Bärnreuther zeigt ein Handyfoto von Pitbull Rosi.

Schon einmal von der Polizei einkassiert

Pitbull-Prozess: Halter muss beweisen, dass Rosi ungefährlich ist

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Pitbull-Mischling Rosi soll aufgrund ihrer Gattung aus dem Verkehr gezogen werden. Doch ihr Herrchen gibt so schnell nicht auf - und erzielt vor Gericht zumindest einen Teilerfolg.

München - Bulliger Rücken, gedrungene Schnauze, die Augen rot unterlaufen: Nicht jeder möchte diesem Hund gern über den Weg laufen. Doch laut ihrem Besitzer ist Rosi (18 Monate) gutmütig und unterwürfig.

Das sah die Polizei anders, als sie den Pitbull-Mischling in Dachau sah. Die Beamten nahmen Rosi im Mai 2017 in Gewahrsam, um die Bürger zu schützen. Denn angeblich handelt es sich um einen Listenhund der Kategorie 1, im Volksmund Kampfhund. Und deren Haltung ist verboten. Konsequenz: Der Hund musste hinter Gitter. Zunächst im Tierheim, dann kam Rosi zu einem Halter nach Österreich. So zumindest lautete die offizielle Version des Besitzers. Doch im September 2017 wurde Rosi wieder in München und Dachau gesehen. Nachbarn alarmierten die Behörden - Rosi wurde erneut eingesperrt.

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Herrchen zweifelt an Gattung

„Da hat sich wohl jemand gedacht: Die tricksen wir aus. Aber so geht das nicht“, sagte Richter Johann Haider am Donnerstag am Verwaltungsgericht. Dort klagt Rosis Herrchen gegen das Halteverbot: Er bestreitet, dass Rosi Anteile von American Staffordshire Terrier oder Pitbull in sich trägt. Beide Rassen dürfen laut Gesetz nur mit gewichtigem Grund gehalten werden. „Tatsächlich gab es bei Rosi noch nie einen Zwischenfall“, sagt Rechtsanwalt Christian Bärnreuther, der den Besitzer vertritt. Sogar ein Gutachter habe bestätigt, dass Rosi nicht aggressiv sei.

Trotzdem nun der Pitbull-Prozess! „So strenge Regelungen wie in Bayern gibt es sonst nicht“, sagte der Richter. Er schlug einen Vergleich vor: Rosi darf vorübergehend das Tierheim verlassen, wenn sie Maulkorb trägt und mit kurzer Leine ausgeführt wird. Im Gegenzug muss der Halter mit aktuellem Gutachten beweisen, dass Rosi ungefährlich ist.

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Kampfhunde

Privatpersonen dürfen in Bayern keine Kampfhunde halten (Art. 37 LStVG). Ausnahmen gelten nur für den gewerblichen Personenschutz. „Dennoch gibt es in München jede Menge illegal gehaltene Kampfhunde“, sagt Judith Brettmeister vom Münchner Tierheim. Das Problem: Ihre Rassezugehörigkeit lässt sich oft erst ab dem Alter von anderthalb Jahren feststellen. Im Zweifel kassiert das Veterinäramt den Vierbeiner dann ein.

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A. Thieme

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