Leinen-Appell vom Isar-Ranger

Tödlicher Hundeangriff auf Schwan: Geldstrafe für zwei Frauen

  • schließen

Zwei Frauen müssen Geldstrafen zahlen. Der Grund: Sie waren mit nicht angeleinten Hunden an der Isar entlangspaziert. Eines der Tiere soll einen Schwan angefallen und tödlich verletzt haben.

München - Zwei Hundehalter sind vom Amtsgericht München zu Geldstrafen von jeweils 200 Euro verurteilt worden. Im Mai 2017 haben eine 50-jährige Selbständige aus München und eine Krankenpflegerin (44) aus dem Landkreis am Isarufer bei Schäftlarn eine Gruppe von etwa zehn Hunden ausgeführt - ohne Leine. Das wurde den beiden Frauen zum Verhängnis. Denn das Gericht sah es als erwiesen an, dass einer der Hunde einen Schwan am Ufer totgebissen hat.

Lesen Sie auch: Einschläferung? Experte untersucht Hund Chico nach tödlicher Attacke

Ein Augenzeuge beobachtete die Hetzjagd und verständigte Isar-Ranger Sebastian Thalhammer. Der 66-Jährige erzählt im Gespräch mit der tz, dass vor allem freilaufende Hunde ein immer größeres Problem in dem Naturschutzgebiet darstellen.

Lesen Sie auch: Pitbull-Prozess: Halter muss beweisen, dass Rosi ungefährlich ist

Auto von Hundebetreuer in der Nähe

„Der Schwan hat am Hals deutliche Bissspuren aufgewiesen. Der war vorher noch kerngesund“, sagt Thalhammer. Er hat den Vogel aus dem Wasser gezogen. Die Attacke selbst hat er nicht gesehen, dafür aber die Frauen mit der Hundegruppe. Am Isarufer war zudem ein Auto abgestellt, das einem Mann gehörte, der als Hundebetreuer arbeitet.

Thalhammer meldete den Fall seinem Arbeitgeber, dem zuständigen Landratsamt Bad Tölz. Weil der Schwan aber im Bereich des Münchner Landratsamtes lag, brachte diese Behörde den Angriff zur Anzeige. Weil die Frauen die Hunde unbeaufsichtigt laufen ließen, war die Schuldfrage für das Amtsgericht schnell geklärt. Der Tod des Schwanes sei billigend in Kauf genommen worden - Geldstrafe. Stefan Thalhammer appelliert an die Hundehalter: „Bitte leinen Sie ihre Hunde an. Denn in diesem Gebiet leben viele bedrohte Vogelarten.“

Lesen Sie auch: Nach Hundeattacke auf Kleinkinder: Jetzt greift der Echinger Bürgermeister durch

J. Heininger

Rubriklistenbild: © dpa / Soeren Stache

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schon wieder Sperrung der Stammstrecke: Münchner brauchen erneut Geduld
Die Oktober-Bauarbeiten an der Münchner Stammstrecke starten. An diesem Wochenende geht‘s weiter. Wer mit der S-Bahn in die Innenstadt möchte muss Geduld haben. 
Schon wieder Sperrung der Stammstrecke: Münchner brauchen erneut Geduld
Craftbeer-Oktoberfest: Der große Auftritt der kleinen Brauer
Das „Craftbeer Oktoberfest“ in der Münchner Reithalle dürfte unter den Liebhabern außergewöhnlicher Biersorten bis einschließlich Samstag ein besonderer Tipp sein.
Craftbeer-Oktoberfest: Der große Auftritt der kleinen Brauer
„Ich bin Münchner - ich bin Muslim“: Stadt startet Postkarten-Kampagne gegen Alltagsrassismus
Obwohl sie Münchner sind, fühlen sie sich hier nicht immer wohl. Nun startet die Stadt München eine Postkarten-Kampagne. 
„Ich bin Münchner - ich bin Muslim“: Stadt startet Postkarten-Kampagne gegen Alltagsrassismus
Münchner Taxler wollte Terrorist werden: 32-Jähriger war fast in Syrien - dann kehrte er zurück 
Ein 32-jähriger Taxifahrer aus München radikalisierte sich und wollte für den Islamischen Staat sterben. An der Grenze zum Kriegsgebiet machte er einen Rückzieher. Nun …
Münchner Taxler wollte Terrorist werden: 32-Jähriger war fast in Syrien - dann kehrte er zurück 

Kommentare