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Die Preise des Christkindlmarkts rund um den Marienplatz sind zwar stabil, aber eben auch sehr hoch.

Advent, Advent, so dekadent

Ihr Kinderlein zahlet! Was wieviel auf den Christkindlmärkten kostet

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    Ramona Weise
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München - Wer heuer über die Christkindlmärkte unserer Stadt schlendert, muss wieder tief in die Tasche greifen. Zwei tz-Reporter haben den Check gemacht:

Zugegeben: Das Angebot von Speisen und Getränken wird immer breiter – in der Spitze aber auch teurer. Da gibt’s Protz-Produkte bis hin zu Gold(!)-Mandeln. Selbst mit 50 Euro kommt man zu zweit nicht allzu weit.

Der tz-Check

Um halb zwölf packt uns der Hunger. Los geht’s am Marienplatz. Die Schweinswürstel mit Speck-Kraut kosten 6,50 €. Ganz schön teuer? „Nein“, sagt die Standl-Frau. „Es kommen ja doppelt so viele Würste rein wie in die Semmel.“ Also vier statt zwei. Nur: Die Semmel kostet 50 Cent extra, der Teller drei Euro Pfand. Man zahlt also erstmal zehn Euro. Dafür sind die Würstel recht klein, das Kraut aber frisch und würzig.

Für Fisch-Fans gibt’s am Rindermarkt lecker Lachs: gebraten in der Semmel für 8,50 Euro. Oder mit Ofenkartoffel und Salat: für 12,80 Euro. Als Suppe mit Shrimps und Muscheln kostet’s sogar 13,50 Euro. Schmeckt super. Nur der Preis ist zu heiß.

Jetzt erstmal Glühwein. Der kostet meist vier Euro, mit Schuss fünf, mit Spezial-Rum sogar hochprozentige sechs Euro. Dazu kommen vier Euro Pfand. Macht insgesamt 10 Euro. Fühlt sich an wie ein Feuerschwert im Hals, hilft immerhin gegen Kälte.

Die Nachspeise ist süß, der Preis aber gesalzen. Glasierte Früchte kosten 4,50 Euro – am Spieß kleben nur sieben Stück. Noch härter: nur die Nüsse. Am Rindermarkt kosten sie zehn Euro pro hundert Gramm. Allerdings mit Gold drauf, und zwar Blattgold, 23 Karat. Das glänzt wie Christbaumkugeln. Und schmeckt bitter-süß. Die Nüsse gibt’s auch mit Silber oder Chili.

Ortswechsel am Nachmittag: Wir schauen zum Christkindlmarkt am Chinaturm. Und finden ein verlockendes Angebot, das allerdings auch seinen Preis hat. 3,20 Euro, fast so viel wie so mancher Glühwein, kostet ein Baileys Lebkuchen. Fazit: Schmeckt gut, der Geldbeutel trauert aber schon ein bisserl.

Fazit: Zum Auftakt des Christkindlmarkts rund um den Marienplatz sagte Bürgermeister Josef Schmid (47, CSU), die Preise seien im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil geblieben. Glühwein koste im Durchschnitt zwischen 3,50 Euro und vier Euro, Bratwürste im Durchschnitt 3,50 Euro. Stimmt. Aber: Schon das Stabile war teuer. Und wer abseits von Würstl & Co. Appetit hat, zahlt richtig weihnachtlich.

Es geht auch günstig

„Da kommt der Engel geflogen“, sagt die Glühwein-Verkäuferin, als sie den „Engelstrunk“ auf den Tresen stellt. Der besteht aus Rotwein, Weihnachtslikör, Rum und Früchten und kostet im Vergleich humane 3,90 Euro. Das Pfand am Chinaturm ist auch in Ordnung: einen Euro. Und wer keinen Alkohol mag, der trinkt Blutorangen-Punsch für 3,60 Euro. Sparfüchse kaufen dazu Maroni. Fünf kosten drei Euro – neun Stück nur 50 Cent mehr. Auch am Marienplatz kann günstig lecker sein: Gemüse-Burger gibt’s für 2,50 Euro. Und Weihnachts-Leberkäs für drei Euro. Saugut!

A. Thieme, R. Weise

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