Immer mehr Ältere finden in München wieder Jobs

München - Auch der Münchner Arbeitsmarkt trotzt weiter der Finanzkrise.

Die Zahl der Erwerbslosen ist im August zwar leicht angestiegen, im Vergleich zum Vorjahr aber erneut gesunken. Besonders erfreulich dabei: Immer mehr ältere Menschen finden einen Job.

In der Landeshauptstadt waren im August insgesamt 37 930 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 622 (1,7 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2010 ist jedoch ein deutlicher Rückgang um 6,9 Prozent zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,1 Prozent. Der Grund für den moderaten Anstieg ist laut Bernd Becking, Chef der Agentur für Arbeit München, die Ferien- und Urlaubszeit. „Im Herbst beginnen zudem neue Ausbildungsverhältnisse und Studiengänge, so dass die Zahl der arbeitslosen Personen wieder sinken wird.“ Insgesamt setzt sich der positive Trend fort – die Arbeitslosenzahlen liegen im achten Monat in Folge unter dem Vorjahresniveau.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei den Berufstätigen über 55 Jahren. Trotz insgesamt steigender Zahlen sank die Anzahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe um 216 auf 15 734 Personen (minus 1,4 Prozent). „Betriebe und Unternehmen in München greifen offenbar verstärkt auf Ältere zurück“, so Becking. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbslosen in der Altersklasse von 15 bis 25 Jahren deutlich um 23,3 Prozent. Dieser kräftige Anstieg sei jedoch vor allem „saisonbedingt“ und daher „kein Grund zur Sorge“. Schon im September werde es wieder deutlich weniger Jugendliche ohne Job geben.

Dafür spricht auch, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter steigt. Bei der Agentur in München sind derzeit 3958 offene Stellen gemeldet. Am höchsten ist der Bedarf im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe. Zudem gibt es aktuell rund 3200 offene Ausbildungsstellen. „Wir fürchten, dass wir in diesem Jahr einen Rekord bei den nicht besetzten Ausbildungsplätzen erreichen werden“, so Becking. „Zu viele Bewerber sind einfach nicht ausbildungsreif.“

Ein weiterer Wermutstropfen: Die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse nimmt stetig zu, räumt Becking ein. Das heißt: Die Menschen finden zwar immer schneller einen neuen Job, verlieren ihre Stelle aber auch immer häufiger.

Thomas Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

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