Je nach Bezirk unterschiedlich ist der Anteil der Bewohner mit und ohne Migrationshintergrund im Stadtgebiet.

Immer mehr wollen deutschen Pass

München - Mehr als jeder dritte Bewohner Münchens hat einen Zuwanderungshintergrund, unter Kindern und Jugendlichen sogar jeder zweite. Immer mehr Migranten werden deutsche Staatsbürger.

„Menschen mit Migrationshintergrund“ sind laut dem Statistischen Amt München alle aus dem Ausland zugewanderten Personen sowie ihre Kinder und Enkel. Ausländer fallen genauso darunter wie sogenannte Passdeutsche – das sind Bürger, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht bei ihrer Geburt, sondern erst nach ihrer Zuwanderung oder über Familienmitglieder erhalten haben.

Derzeit leben 171 244 Passdeutsche in München. Die größte Gruppe sind die 46 023 Eingebürgerten – noch vor Migrantenkindern (42 117) und Spätaussiedlern (34 845). 2007 wurden in München 2661 Menschen eingebürgert. Wie in den Jahren zuvor waren die meisten von ihnen türkischer Herkunft (378), gefolgt von ehemaligen Angehörigen der Russischen Föderation (175), der Republik Serbien (156) und Bosnien-Herzegowina (148). Insgesamt machen die Passdeutschen 12,6 Prozent von Münchens 1,3 Millionen Bewohnern aus.

Die große Mehrheit bilden weiterhin die 871 739 Deutschen ohne Migrationshintergrund (64,4 Prozent), gefolgt von den derzeit 311 368 Ausländern (23 Prozent). Damit hat mehr als jeder dritte Bewohner Münchens einen Zuwanderungshintergrund.

Die Verteilung der drei Gruppen übers Stadtgebiet variiert dabei je nach Bezirk unterschiedlich stark (siehe Grafik). In Allach-Untermenzing leben proportional zur Einwohnerzahl die meisten nicht zugewanderten Münchner – 73,3 Prozent. Im Bezirk Milbertshofen-Am Hart hat dagegen jede zweite Person einen Migrationshintergrund. Relativ gesehen leben dort mit 16,4 Prozent die meisten Passdeutschen und mit 35,1 Prozent die zweitgrößte Gruppe Ausländer.

Besonders hoch ist der Anteil von Migranten unter Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren (48,6 Prozent) sowie Kindern in der Altersgruppe null bis zehn Jahre (52,2 Prozent) – über die Hälfte aller Münchner Kinder. Migrantenkinder mit deutschem Pass machen dabei einen viel größeren Prozentsatz (37,3 Prozent) als die Sprösslinge ausländischer Eltern (14,9 Prozent) aus.

Leben derzeit noch deutlich mehr Ausländer als so genannte Passdeutsche in München, dürfte sich dies in den kommenden Jahren immer mehr ändern. Die Zahl der Ausländer werde ab- und die der Passdeutschen zunehmen, sagt Cumali Naz, Vorsitzender des Ausländerbeirats München. „Diese Tendenz hatten wir in den letzten Jahren.“ Naz glaubt nicht, dass die Einbürgerungstests diese Entwicklung beeinflussen werden: „Höchstens für die erste Migrantengeneration könnte es Probleme geben, aber nicht für die zweite und dritte.“

Dass der Anteil der Münchner Migranten mit deutschem Pass steigen wird, könnte daran liegen, dass die großen Migranten-Gemeinden, vor allem die türkische, ihre Familien nachholen, schätzt Walter Hienz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: „Angehörige können relativ schnell eingebürgert werden, nach drei Jahren.“ Auch sei es möglich, dass München als Arbeitsort für frisch Eingebürgerte besonders attraktiv ist.

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