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Der Immobilienmarkt in München verzeichnet erneut Rekorde. Der Stadt nützt das nicht. 

Erneuter Rekord

Immobilien in München so teuer wie noch nie

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Der Immobilienmarkt in München verzeichnet erneut Rekorde. Bereits zum zweiten Mal in Folge ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. 2016 verzeichnete die Stadt eine Steigerung um drei Prozent auf rund 12,9 Milliarden Euro. Ein Abwärtstrend ist nicht in Sicht.

München - So oft wie am Dienstag hat Axel Markwardt das Wort Wahnsinn wohl noch nicht in den Mund genommen. „Das ist Wahnsinn“, sagte Münchens Kommunalreferent am Dienstag mit Blick auf den Immobilienmarktbericht der Landeshauptstadt. Mit dem Papier dokumentiert die Verwaltung Jahr um Jahr den Kauf und Verkauf von Grundstücken und Gebäuden in der Stadt. Ergebnis: „Der Umsatz toppt erneut das Vorjahr“, sagte Markwardt. „Der Wahnsinn geht weiter.“

Die Nachfrage ist anhaltend hoch

Durch die anhaltend hohe Nachfrage am Wohnimmobilienmarkt, den stetigen Aufwärtstrend der Preise und die Verkäufe einiger großer Bürokomplexe ist der Umsatz 2016 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Immobilien im Wert von rund 12,9 Milliarden Euro sind ge- oder verkauft worden. Insgesamt wechselten so rund 245 Hektar den Besitzer. Das entspricht ungefähr der sechsfachen Größe der Theresienwiese.

Dabei entfiel ein Anteil von 50 Prozent auf den Markt der bebauten Grundstücke. Auf dem Eigentumswohnungsmarkt wurden rund 4,7 Milliarden Euro ausgegeben, dass entspricht rund 36 Prozent des Gesamtvolumens. „Wenn das so weitergeht, muss man sich um die frei finanzierten Wohnungen wirklich Sorgen machen“, sagt Markwardt.

Eine Ursache: Die Flächenknappheit

Die hohen Preise resultieren freilich aus einer immer deutlicher werdenden Flächenknappheit in München. Bauland ist kaum mehr vorhanden und daher teuer. So ist im Vergleich zum Vorjahr der Umsatz bei den Grundstücken für den Wohnungsbau zwar um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gesunken. Die Preise derweil zogen insgesamt um 16 Prozent an.

Das gilt auch für Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser. Dort stieg der Geldumsatz um neun Prozent, obwohl insgesamt fünf Prozent weniger Immobilien verkauft worden sind als im Vorjahr.

Anders verhält es sich bei den Mehrfamilienhäusern. Die sind nach wie vor stark gefragt, 19 Prozent mehr wurden verkauft als im Vorjahr. Dabei sind aber nur fünf Prozent mehr Geld eingenommen worden. Was freilich nur bedeutet, dass es sich weniger um große Wohnanlagen als um kleine Immobilien handelte. Eine Trendwende ist nicht erkennbar.

Die Stadt profitiert nicht von solchen Rekorden

Markwardt fragt sich derweil, ob solche hohen Gewinne „noch mit dem Grundgesetz in Einklang“ zu bringen sind, wonach Eigentum verpflichtet und sein Gebrauch zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. Die Stadt profitiert nicht von diesen Rekorden. „Wir machen auch die Preise nicht, wir bilden sie nur ab“, sagt der Kommunalreferent. Grundstücke würden seit Jahren nicht mehr verkauft, um Gewinne zu generieren, sondern für den Bau von Sozialwohnungen, Kitas oder Schulen. Damit lasse sich kein Geld verdienen. „Das wollen wir ja auch gar nicht.“ Man wolle die besorgniserregende Entwicklung ja nicht noch befeuern. Unlängst habe etwa eine Wohnung in der Altstadt für rund 28.000 Euro den Besitzer gewechselt – pro Quadratmeter. Auch das ist ein Rekord. „München ist eine Stadt der Extreme“, sagte Axel Markwardt. Man könnte auch von Wahnsinn sprechen.

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