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Die Isar wird zur Feier-Meile

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Hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel: Der Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke war bisher für Veranstaltungen tabu. Jetzt geht der Stadtrat neue Wege. foto: m. schlaf

München - Im September wird auf den Isarinseln ein Fest mit Konzerten, Kabarett und Biergärten stattfinden. Die Stadt genehmigt das Spektakel - auch im Schutzgebiet um den Vater-Rhein-Brunnen.

Es war eine wegweisende Entscheidung. Cornelius Mager, Chef der Lokalbaukommission, sprach gar von einer „historischen Stunde“ für die Stadt und ihren Umgang mit der Isar. Ein großes Fest wird am innerstädtischen Fluss genehmigt - und dabei darf auch das Areal um den Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke bespielt werden. Außer zum 850. Stadtgeburtstag war dies zuletzt nie erlaubt worden.

Das „Isar-Insel-Fest“ soll von Freitag, 3. September, bis Sonntag, 5. September, stattfinden - ein Bürgerfest mit vielen kostenlosen kulturellen Angeboten. Veranstalter ist der Verein „Isar-Insel-Fest“, als dessen Vorsitzender AWO-Chef Jürgen Salzhuber fungiert. Sein Vize ist der SPD-Stadtrat Oliver Belik. Sie wollen die Praterinsel, das Areal um den Vater-Rhein-Brunnen und die Steinsdorfstraße von Ludwigs- bis Maximiliansbrücke für den Verkehr sperren und zur Partyzone machen.

Geplant sind eine Fülle von Vergnügungen und Kulturgenüssen: eine Jazz-Matinee, ein Klassik-Konzert, Kabarett und eine Ausstellung zur Geschichte der Praterinsel. Freilich soll es auch diverse Gastro-Stände und Biergärten geben, sowie Aktionen der Feuerwehr, des Arbeiter-Samariter-Bundes und anderer Hilfsorganisationen. Das Müllersche Volksbad wird mit eigenem Programm teilnehmen und in der Muffathalle soll es Konzerte geben.

Alle Fraktionen des Stadtrats sind grundsätzlich für das Fest - doch im Detail sorgt die Planung für heiße Diskussionen. Denn Naturschützer des Planungsreferats haben sich klar gegen die Nutzung der Flächen um den Vater-Rhein-Brunnen ausgesprochen. Der Veranstalter wolle hier innerhalb eines Landschaftsschutzgebiets feiern. Die Naturschützer fürchten, dass die Rasenflächen und Bäume durch die vielen Menschen und den Auf- und Abbau Schaden nehmen. Auch eine Störung von Tieren sei nicht auszuschließen. Diese Haltung hatten die Naturschützer auch stets vertreten, als der Stadtstrand der Urbanauten hier gastieren wollte (wir berichteten) - er wurde dort bislang nicht genehmigt.

Beim Isar-Insel-Fest werden nun neue Wege beschritten: Auf Antrag von Josef Assal (SPD) erlaubt der Stadtrat die Veranstaltung - trotz der Bedenken der Naturschützer. Siegfried Benker (Grüne) sagte, seine Fraktion wolle „einen Präzedenzfall“ schaffen, damit Aktivitäten an der Isar wieder möglich werden. Auch sein CSU-Kollege Robert Brannekämper begrüßte die Idee, „die Isar erlebbar zu machen“. Lokalbaukomissions-Chef Mager bat indes darum, dies als „Testfall“ anzusehen. Nach dem Fest müsse man genau analysieren, wie sehr die Party dem Biotop geschadet habe.

SPD-Stadtrat Assal ging noch weiter: Auf seinen Antrag hin darf die Steinsdorfstraße am Freitag, 3. September, schon ab 15 Uhr für den Autoverkehr gesperrt werden. CSU und FDP wollten dies erst ab 18 Uhr erlauben.

Johannes Patzig

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