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Noch kein Durchbruch: Imam Benjamin Idriz (links) und Christian Ude.

Privatmann aus Saudi-Arabien hat noch nicht überwiesen

Islamzentrum: Die versprochenen Millionen sind noch nicht da

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München - Anders als erwartet hat ein Privatmann aus Saudi-Arabien noch kein Geld für das Islamzentrum überwiesen – Grund ist offenbar staatliches Verbot.

Das Münchner Forum für Islam (MFI) hat die erwartete erste Großspende für das Islamzentrum noch nicht erhalten. Wie berichtet, war Kuratoriums-Chef Christian Ude vor Wochen fest davon ausgegangen, dass ein Privatmann aus Saudi-Arabien spätestens bis zum Jahresende vier Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks an der Dachauer Straße überweisen würde. Dass das Geld nicht eingegangen ist, will Ude aber nicht als großes Problem sehen. Noch nicht.

Die Stadt hält ein Grundstück am entstehenden Kreativquartier für das MFI reserviert. Wie berichtet, hatte sie diese Reservierung kürzlich bis Ende Dezember 2016 verlängert. Zuvor hatte Christian Ude in einer E-Mail an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angekündigt, er erwarte „in der nächsten Woche“ den Eingang einer „Großspende“, mit der man insgesamt fünf Millionen Euro beisammen habe.

Saudi-Arabien verhindert offenbar, dass seine Staatsbürger solche Spenden abgeben

Bis jetzt aber ist das Geld nicht da. Ude betonte am Mittwoch auf Nachfrage, der potenzielle Spender stehe zu seiner Zusage, das Geld zu geben. „Im Moment sieht er es aber nicht als möglich an, das Geld zu transferieren.“ Offenbar verhindert der Staat Saudi-Arabien derzeit, dass seine Staatsbürger solche Spenden abgeben können. Der Hintergrund: Zwischen der Bundesregierung und dem autoritären Saudi-Arabien gibt es Verstimmungen, weil Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) in einem Interview kritisiert hatte, dass aus Saudi-Arabien viele wahabitische Moscheen finanziert würden. „Aus diesen Gemeinden kommen in Deutschland viele islamistische Gefährder“, hatte Gabriel der „Bild am Sonntag“ wörtlich gesagt. Das liberale, westliche MFI hat Gabriel damit nicht gemeint, betont ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministers auf Anfrage unserer Zeitung. „Ganz offensichtlich handelt es sich bei dem Projekt in München nicht um eine wahabitische Moschee.“

Fakt ist aber: Das Geld ist noch nicht da. Ude mag das nicht überbewerten, sagt, der betagte Saudi sei sogar bereit, 17 Millionen Euro zu bezahlen. Damit wäre der Bau der Moschee komplett finanziert. Andere Einrichtungen wie eine Bibliothek würden allerdings wohl nochmal etwa die gleiche Summe voraussetzen. Ude geht nun von einem Spenden-Eingang Anfang des neuen Jahres aus. Er sieht das MFI weiterhin unter großem Zeitdruck. Bis zur nächsten Vollversammlung des Stadtrats am 27. Januar müsse die erste Großspende unbedingt da sein, sagt er. „Da muss etwas vorgelegt werden.“

Die großen Parteien stehen offiziell geschlossen hinter dem Projekt

Wie berichtet, hatte es insbesondere in der CSU für große Aufregung gesorgt, dass der potenzielle Spender bislang nicht persönlich benannt wurde. Man fürchte, dass doch Einfluss auf die Arbeit in der Moschee genommen werden könnte, hieß es. Eben das hat Imam Benjamin Idriz stets zurückgewiesen. Großspender müssen eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich unter anderem von jeder Gewalt distanzieren und jegliche Einflussnahme von sich weisen.

Die großen Parteien im Rathaus stehen offiziell geschlossen hinter dem Projekt. Trotzdem könnte es auch politisch noch einmal spannend werden. Falls ein Spender im Rathaus nicht gerne gesehen ist – oder wenn Ude und seine Mitstreiter weiterhin stets davon ausgehen, dass jetzt aber wirklich sehr bald Geld eingeht. Und das dann wieder nicht der Fall ist.

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