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Clemens Mulokozi ist 500 Kilometer gelaufen, um Kinder in Tansania zu unterstützen.  

Spendenaktion für Jambo Bukoba

Der Läufer für Tansania

  • Katrin Woitsch
    vonKatrin Woitsch
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Clemens Mulokozi hat einen Teil seiner Kindheit in Tansania gelebt. Oft hat er sich gefragt, ob er im Leben so viele Chancen bekommen hätte, wenn seine Eltern in Afrika geblieben wären. Deshalb möchte er für die Kinder in Tansania etwas bewegen – und hat sich dafür selbst bewegt.

Clemens Mulokozi hat im August einen persönlichen Rekord gebrochen. Er ist in diesem Monat 500 Kilometer gelaufen, über mehrere Etappen. Und obwohl die Strecke länger denn je war, ist es ihm ungewöhnlich leicht gefallen. Das lag an dem Grund, für den er gelaufen ist. Er wollte mit der Aktion Spenden sammeln. Für die Organisation Jambo Bukoba, die er vor zwölf Jahren gegründet hat. Sie unterstützt Kinder in Tansania.

Wäre Clemens Mulokozis Leben etwas anders verlaufen, würde er heute auch in dem ostafrikanischen Staat, der Heimat seines Vaters, leben. Seine Mutter stammt aus Bayern, sieben Jahre hat die Familie in Tansania verbracht. Mulokozis war damals fünf. Erst viel später hat er sich gefragt, wo er heute wäre, wenn er seine komplette Schulzeit dort verbracht hätte. „Nach dem Tod meines Vaters habe ich seine Doktorarbeit gefunden“, erzählt er. Ihm war es gelungen, in den 1960er-Jahren in München Chemie zu studieren. „Tatsächlich hatte ich vorher nie darüber nachgedacht, was das für eine Leistung gewesen ist“, sagt der 55-Jährige. Damals hat er viel nachgedacht – darüber wie ungleich Chancen verteilt sind. „Besonders die Frauen und Mädchen in Tansania sind benachteiligt“, betont er. Er wollte einen Beitrag dazu leisten, dass sie eine bessere Perspektive bekommen. Also gründete er Jambo Bukoba – und gab für diese Aufgabe nach einigen Jahren sogar seinen Job bei der Bank auf. Wie es manchmal passiert mit Herzenssachen – sie werden zur Lebensaufgabe.

Die letzte Etappe liefen Mulokozi und seine Unterstützer am Sonntag. 

In Clemens Mulokozis Leben ist es mit Sicherheit so. Wenn er etwas tut, dauert es meistens nicht lange, bis ihm Tansania dabei in den Sinn kommt. So war es auch, als er vor einigen Monaten laufen war. „Eigentlich hatte ich die Teilnahme an zwei Marathons geplant“, sagt er. Dann kam Corona – und er lief einfach für sich. Und das mehr denn je. „Dabei entstand meine Idee, mit dem Laufen Geld zu sammeln für ein Fahrzeug, das unsere Hilfsorganisation vor Ort dringend braucht.“ Denn in Tansania gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel. Mulokozi setzte sich 500 Kilometer als Ziel. Nur im August. Er hoffte auf Spenden. „15 000 Euro waren mein Ziel“, sagt er. Die letzte Etappe ist der 55-Jährige am Sonntag gelaufen. Im strömenden Regen an der Isar. Andere Läufer begleiteten ihn. Und viele andere unterstützten ihn. „Es sind 20 757,52 Euro zusammengekommen“, sagt er stolz. Mehr Geld, als er sich zu hoffen getraut hatte. „Damit können wir noch viel mehr vor Ort tun“, sagt er. „Das ist ein großes Zeichen der Solidarität – vor allem in Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen selbst große Sorgen haben“, sagt er. Dass so viele die Kinder in Tansania unterstützen wollen, macht ihn Hoffnung und treibt ihn an. Bis zur nächsten Ziellinie, die er sich für sein Herzensprojekt setzen wird – und vermutlich auch noch viel weiter darüber hinaus.

Mehr Infos über Jambo Buoba unter:

www.jambobukoba.com; Spendenkonto IBAN: DE59700202700660531637

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