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In München und den umliegenden Landkreisen entstehen immer mehr neue Jobs. 

20 Prozent mehr in nur fünf Jahren

Jobmaschine München: Schon eine Million Arbeitsplätze

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  • Andrea Stinglwagner
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Eine neue Boom-Studie zeigt, es gibt schon eine Million Arbeitsplätze in Stadt und Landkreis München. Dazu so viele offene Stellen wie noch nie. Wir geben den Überblick, wie sich die Lage in der Region verändert hat. 

München - Immer mehr Menschen zieht es nach München und Umgebung. Einer der wichtigsten Gründe für dieses Wachstum: In der Region entstehen so viele neue Jobs wie sonst nirgendwo in Deutschland. Doch nicht nur die Zuagroasten besetzen die neu geschaffenen Stellen, auch die Alteingesessenen profitieren vom Job-Boom. Mehr Einwohner, weniger Arbeitslose, mehr Frauen und ältere Arbeitnehmer in Beschäftigung - das sind die Kernergebnisse einer Studie des Jobportals Yourfirm. Wir erklären, was das Wachstum für München bedeutet und haben uns in den Boom-Landkreisen umgehört.

München wächst wie keine andere Region

Rekorde, Rekorde, Rekorde – der Großraum München wächst wie keine zweite Region in Deutschland. Der Hauptgrund: Hier entstehen Jobs am laufenden Band. Diese Entwicklung wird besonders anschaulich, wenn man die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für den Raum München einmal näher unter die Lupe nimmt. Das Jobportal yourfirm.de hat die Werte von 2016 mit denen von vor fünf Jahren verglichen. Es zeigt sich: Die Landeshauptstadt und die umliegenden Landkreise München, Ebersberg, Erding, Freising, Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Bad Tölz/Wolfratshausen und Miesbach haben ein immenses Wachstum hingelegt: 172 463 mehr Einwohner, 212 481 mehr Beschäftigte und sogar 239 107 mehr Jobs! Die tz erklärt die wichtigsten Eckdaten um den Boom in München.

München ist Trumpf: Der Großteil der Jobs ist weiterhin direkt in der Landeshauptstadt angesiedelt. 821 971 Arbeitsplätze gibt es in der Stadt, gemeinsam mit dem Landkreis München sind es sogar knapp eine Million Jobs. Von den insgesamt 1 405 408 Jobs in der gesamten Region entfallen also drei Viertel auf Stadt und Landkreis München.

Der Nordwesten holt besonders stark auf: Beim Job-Wachstum hängen einige Landkreise die Stadt aber mittlerweile deutlich ab. In der Stadt und dem Landkreis München ist die Zahl der Jobs immerhin um 19,5 Prozent gestiegen – im Nordwesten aber um satte 42,5 Prozent. Spitzenreiter ist Fürstenfeldbruck mit einem Jobwachstum von 57 Prozent, gefolgt vom flughafennahen Landkreis Erding (46,3 Prozent).

Mehr Beschäftigte: Das Job-Wachstum fördert den Zuzug in die Region – allerdings werden längst nicht alle zusätzlichen Jobs mit Zuagroasten besetzt. Beispiel München: Während die Zahl der Jobs um 18,3 Prozent gestiegen ist, ist die Bevölkerung nur um 7,1 Prozent gewachsen. Interessant: Das Beschäftigungsplus lag sogar noch höher, nämlich bei 23,7 Prozent. Grund: Ein deutlich größerer Teil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter ist auch tatsächlich beschäftigt. Die Beschäftigungsquote ist im Großraum gestiegen – zwischen zehn und 13 Prozent.

Frauen und Ältere profitieren: Zwei Gruppen gewinnen: Frauen und Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 Jahren. Beispiel Landkreis Ebersberg: Im Osten Münchens ist die Frauenbeschäftigungsquote von 52,2 auf 59,5 Prozent gestiegen – ein Plus von 13,98 Prozent. Der Anteil der arbeitenden Über-50-Jährigen stieg um 16,59 Prozent – von 45,2 auf 52,7 Prozent.

Weniger Arbeitslose: Es scheint logisch, dass angesichts des Jobwunders die Arbeitslosenquote gesunken ist. Dass aber sogar die absolute Zahl der Arbeitslosen geringer ist als noch vor fünf Jahren, ist dank der wachsenden Bevölkerung keine Selbstverständlichkeit. So ist in München die Zahl der Arbeitslosen von 41 486 auf 37 969 gesunken. Im Großraum waren 58 911 Menschen arbeitslos – 10,3 Prozent weniger als fünf Jahre zuvor.

Die Kehrseite: Bei fast jedem vierten Arbeitslosen kommt der Job-Boom nicht an. 14 647 Menschen suchen seit über einem Jahr einen Job und gelten deshalb als langzeitarbeitslos. Im Bundesschnitt liegt die Quote mit 36,9 Prozent deutlich höher.

Offene Stellen: Der Arbeitsmarkt bietet in der Region immer mehr Angebote. Die Zahl der offenen Stellen ist um stolze 80 Prozent gestiegen.

Großer Niedriglohnsektor: Immer mehr Menschen haben einen Job, von dem sie eigentlich nicht leben können. 178 786 Menschen waren Ende 2015 im Niedriglohnbereich tätig – 5,8 Prozent mehr als Ende 2010.

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