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Gerade eingebettet im Erdreich liegen die alten Skelette, die man bei Bauarbeiten in Pasing gefunden hat.

Hier sollen Wohnhäuser entstehen

Bauarbeiter graben Skelette in Pasing aus

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München - Als die Bauarbeiter begannen, das Areal für die geplanten Wohnhäuser an der Josef-Retzer-Straße mit Baggern vorzubereiten, dauerte es nicht lange, bis sie auf die ersten Gebeine stießen.

Vor einigen Tagen war das. „Wir hatten schon vermutet, dass dort mit archäologischen Funden zu rechnen ist“, sagt Dorothee Ott, die Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Darum hatte das Amt einen Grabungstechniker vor Ort entsandt, als die Baugrube in Pasing ausgehoben werden sollte. Diese Arbeiten ruhen nun erst einmal.

Eine Fachfirma für archäologische Grabungen beackert derzeit das Areal. Mehrere Skelette haben sie in der Zwischenzeit entdeckt, auch andere interessante Fundstücke, wie zu hören ist. Was genau, darüber hüllt sich das Denkmalamt bislang aber noch in Schweigen. „Die Untersuchungen an diesem frühmittelalterlichen Gräberfeld aus der Zeit um 600 nach Christus werden noch einige Zeit andauern“, sagt Ott. „Konkrete Aussagen zu der Grabung und den Funden sind erst möglich, wenn die Untersuchungen weiter fortgeschritten sind.“

Einer, der zumindest einige Blicke auf die Pasinger Skelette erhaschen konnte, ist der Pasinger Jens Krumpholz. „Die Skelette waren sehr gut erhalten“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie lagen gerade, offensichtlich sorgsam gebettet im Erdreich.

Das Gebiet des heutigen Pasing ist schon lange besiedelt. Bei der Einwanderung der Bajuwaren gründete ein Sippenführer namens Paoso dort eine Siedlung. Um das Jahr 500 nach Christus soll das gewesen sein. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Villa Pasingas im Jahr 763. Zum Vergleich: Die erste urkundliche Erwähnung Münchens ist viel später – sie datiert auf das Jahr 1158. Frühere archäologische Funde lassen sehr wahrscheinlich erscheinen, dass Paosos Erben das einstige Ackerbauerndorf ununterbrochen besiedelten.

Vor rund sechs Jahren waren bei der Verlegung von Fernwärmeleitungen an der Planegger Straße ebenfalls mehrere Skelette aus der Zeit der Bajuwaren entdeckt worden. Die Stelle liegt nur rund einen Kilometer entfernt von der aktuellen Fundstelle.

Die archäologischen Grabungen dort an der Josef-Retzer-Straße werden noch „einige Wochen“ dauern, sagt Dorothee Ott. Gegen Ende Mai will das Denkmalpflegeamt vor Ort seine Funde der Öffentlichkeit vorstellen, so die Sprecherin. Bis dahin werde es auf dem Grund sicher keine weiteren Bauarbeiten geben.

Anschließend – wenn die denkmalrechtliche Erlaubnis vorliegt – will die Pasinger Heimstättenbaugenossenschaft auf dem alten Gräberfeld planmäßig ein Wohnhaus hochziehen.

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