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Will die Bürger mitnehmen: Josef Schmid (CSU).

Wohnungsbau in der Landeshauptstadt

Schmid: München muss nicht um jeden Preis bauen

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München - Der Zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) geht beim Thema Wohnungsbau auf Distanz zu Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). „Wohnungsbau ja, aber nicht um jeden Preis“, sagte Schmid beim Münchner Presseclub. Man müsse „die Bürger mitnehmen, die schon hier sind“.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat den Wohnungsbau des Öfteren als zentrale Aufgabe seiner Amtszeit bezeichnet. Anfang September kündigte er das „größte Wohnungsbauprogramm Deutschlands“ an. Bis zum Jahr 2021 will er über 800 Millionen Euro an private Bauträger sowie die städtischen Wohnungsunternehmen auszahlen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Bis zu 10 000 neue Wohnungen pro Jahr sollen dadurch künftig entstehen. Reiter will verdichten, in die Höhe bauen und auch freie Flächen überplanen.

Bislang folgte ihm die Große Koalition aus SPD und CSU im Rathaus. Doch jetzt zeichnet sich eine mögliche Kontroverse ab. 2. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) will dem Wohnungsbau nicht mehr alles andere unterordnen. „Nicht um jeden Preis“ dürfe man Wohnungen in München bauen, sagte er am Mittwoch beim Presseclub. Man müsse diejenigen Menschen mitnehmen, „die schon hier sind“, betonte Schmid.

Viele Münchner dürften dies gerne hören, etwa die Anwohner der Unnützwiese in Trudering. Die geplante Bebauung im Rahmen des städtischen Programms „Wohnen für alle“ hat dort für heftige Proteste gesorgt – wie auch in anderen Stadtbezirken, wo Grünflächen bebaut werden sollen oder Verdichtungen geplant sind. Auf Nachfrage wollte sich Schmid nicht zu konkreten Projekten äußern. Im Presseclub warb er dafür, beim Flächenverbrauch auf ein „ausgewogenes Verhältnis“ zu achten. „Man darf nicht nur das Ziel Wohnen sehen.“ Schmid nannte in diesem Zusammenhang immer knapper werdende Flächen für Gewerbetreibende. „Für Handwerksbetriebe gibt es kaum noch Platz in der Stadt“, sagte Schmid. München habe bereits heute einen hohen Versiegelungsgrad. Deshalb sei es geboten, Grünflächen zu erhalten. „Noch wird die Stadt als grün wahrgenommen.“ Dies dürfe man nicht gefährden.

Schmid warnte auch vor den Folgen eines zügellosen Wohnungsbaus. Die Stadt leide unter massiven Problemen der Verkehrsinfrastruktur. „Die Infrastruktur muss aber mitwachsen mit der Stadt. Es geht auch darum, Verkehrswege zu verringern.“ Ohne die Koalition explizit zu nennen, kritisierte er das rot-grüne Regierungsbündnis unter OB Ude. „Vor 2014 wurden viele Investitionen versäumt. Jetzt müssen wir es in Potenz nachzahlen.“ Beispielhaft nannte Schmid die Schulbauoffensive. Bis 2030 will Rot-Schwarz bis zu 8,5 Milliarden Euro investieren. Dann dürften über 1,8 Millionen Menschen in München wohnen.

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