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Auge in Auge: Bürgermeister Josef Schmid mit dem Roboter der Schmiede Softbank, der derzeit erstmals in Deutschland an der Maximilianstraße zu sehen ist.

Zwischennutzung

Ideenschmiede an der Maximilianstraße

München - An der Edelmeile Maximilianstraße ist ein Kreativ-Labor entstanden: In den kommenden Wochen zeigen die „Münchner Maker“ ihre Ideen – und ein Roboter begrüßt die Besucher persönlich.

So ist Josef Schmid (CSU) wohl noch nie empfangen worden. Auf der Maximilianstraße trifft der Bürgermeister auf einen Roboter. Der Maschinenmensch ist sichtlich erfreut über das Interesse an seiner Person, er begrüßt den Bürgermeister mit einem beschwingten „Servus“, spielt Luftgitarre und führt einen Freudentanz auf. Mit viel Taktgefühl wirft er die Arme in die Luft und schwingt seine Hüften passend zur Partymusik, die aus seinem Bauch tönt. Der Verkaufs-Roboter der Robtics Schmiede Softbank ist hier erstmalig in einem Geschäft in Deutschland zu sehen und gewinnt sein Publikum sofort für sich – den Bürgermeister natürlich auch.

Direkt an der noblen Maximilianstraße, neben der Hochglanzmarke Gucci, steht der Laden mit hohen Rundbogenfenstern, hinter denen in der Vergangenheit Perser-, Seidenteppiche und bunte Kelims zu entdecken waren. Die Aufschrift „Makeria“ kann man zunächst keinem Luxuslabel zuordnen. Wirft der Besucher einen Blick durch das Schaufenster, weiß er zunächst auch nicht mehr. Er sieht kahle, unverputzte weiße Wände. Die unaufgeregte Innendekoration lenkt die Aufmerksamkeit dann aber schnell auf die bunten Gegenstände: Eine Roboterhand etwa erfreut sich der Gesellschaft von futuristischen Lampen oder quietschbunten, recycelten Handtaschen. Offenbar nicht die typischen Angebote der Maximilianstraße. Es handelt sich hierbei um die Werke der Münchner Maker. Maker sind Kreative, die ihre Ideen mit neuen Technologien wie etwa 3D-Druckern, Laser-Cuttern oder Open Source Microcontrollern verwirklichen.

Seit Dezember 2015 wird das Ladenlokal von der Landeshauptstadt immer wechselnden Kreativ-Akteuern für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der aktuellen Zwischennutzung zeigen die Maker bis Ende Juni ihre Ideen und Produkte in der Maximilianstraße 33 und laden in Workshops zum Mitmachen ein. So können Interessierte etwa am 23. Juni erleben, wie es sich anfühlt, das Computerspiel Pong ausschließlich mit Gehirnwellen zu steuern. Am 27. Juni gibt es einen Kurs extra für die Damen: eine Einführung in das Programmieren. Bezahlt wird mit zwanzig Euro – oder gerne auch mit verganem Mittagessen, das man den Makern mitbringt.

Der Roboter, der den Bürgermeister begrüßt hat, ist nicht der alleinige Star an der Maximilianstraße 33. Denn er steht nicht immer im Mittelpunkt: Allen kreativen Köpfen möchte die Makeria eine Bühne bieten und sie und ihre Leistungen so der breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Josef Schmid legt darauf großen Wert. Gerade im teuren München. Vielleicht sogar gerade hier, auf der Edelmeile. „Die Kreativszene, in der nicht alles am Fließband für den schnellen Verkauf produziert wird, ist für unsere Stadt sehr wichtig“, sagt Schmid, der im Rathaus für die Kultur zuständig ist. Die Kehrseite der hohen Attraktivität Münchens sei schließlich, dass durch die Zuwanderung Wohnraum und Arbeitsräume immer teurer werden. Deshalb freue er sich sehr, dass die Zwischennutzungen von städtischen Gebäuden Raum für eine Kreativszene mitten in München schaffen.

So will Schmid die Kultur- und Kreativwirtschaft weiter fördern. Und zwar nicht zum Selbstzweck oder weil es „in“ ist, wie er betont – sondern, „weil es uns zukunftsfähig macht“.

Die Makeria wird von der Make Germany GmbH betrieben, die Ausrichter des „Make Munich“ Festivals ist. Der Ort für Selbstmacher ist noch bis zum 30. Juni 2016 geöffnet. Mittwochs bis freitags, 12 bis 18 Uhr, und samstags, 11 bis 16 Uhr, können Interessenten in der Maximilianstraße 33 kreativ werden und innovative Produkte schaffen. Mehr Infos zum Programm unter www.makeria.de.

Hannah Kittel

 

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