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„Unerschrocken und hartnäckig“: Journalistin Natalie Amiri erhält Publizistikpreis der Stadt München

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Von: Nadja Pohr

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Anton Biebl (links), Natalie Amiri (mitte) und Florian Roth (rechts)
Für ihr Engagement und ihr publizistisches Gesamtwerk wurde Natalie Amiri nun von Kulturreferent Anton Biebl (links) und Stadtrat Florian Roth ausgezeichnet. © Stadt München/Volker Derlath

Für ihre „unerschrockene und hartnäckige“ Berichtserstattung aus Afghanistan wurde die Journalistin Natalie Amiri von der Stadt München mit dem Publizistikpreis ausgezeichnet.

München - Die deutsch-iranische Journalistin Natalie Amiri reiste im vergangenen Jahr nur 100 Tage nach der Machtergreifung der Taliban nach Afghanistan. In ihrem „Afghan Diary“ berichtete sie, wie es den Menschen geht, wie die Zukunft der Frauen aussieht und welche Pläne die radikal-islamistische Gruppierung hat. Damit lieferte sie einen authentischen Blick auf das Leben der Menschen.

Natalie Amiri berichtet immer wieder über die Lage in Staaten wie Iran, Afghanistan oder Syrien. Darüber hinaus leitete sie von 2015 bis 2020 das ARD-Studio in Teheran, was sie im Mai 2020 aus Sicherheitsgründen aufgeben musste. Aufgrund ihres Jobs galt sie lange als „Feindbild des Staates“. Doch genau für dieses Engagement und ihr publizistisches Gesamtwerk wurde Amiri nun von der Stadt München ausgezeichnet.

Deutsch-iranische Journalistin Natalie Amiri erhält Publizistikpreis

Die Stadt München ehrte Natalie Amiri am Dienstag (26. Juli) mit dem Publizistikpreis in Höhe von 10.000 Euro. Damit belohnt die Stadt Amiris „unerschrockene und hartnäckige“ Berichtserstattung aus Afghanistan, die dazu beigetragen habe, dass die Menschen in der Krisenregion nicht vergessen werden, so die Begründung der Jury.

Natalie Amiri war im November 2021 in Afghanistan - ihr #AfghanDiary veröffentlicht IPPEN.MEDIA online und in Print in mehreren Teilen
7 Tage in Afghanistan: Afghan Diary mit Natalie Amiri © Ippen Digital & Natalie Amiri

Stadtrat Florian Roth (Die Grünen) überreichte den Publizistikpreis in Vertretung für Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an Natalie Amiri. Die Arbeit der Journalistin zeichnete sich bei aller journalistischer Objektivität durch eine besondere Nahbarkeit aus, wie es in der Jurybegründung weiter heißt. Ein ähnliches Feedback erhielt Amiri auch für ihre siebenteilige Serie „Afghan Diary“, die unter anderem bei Merkur.de veröffentlicht wurde.

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Natalie Amiri freut sich sehr über Publizistikpreis der Stadt München - mahnt aber auch

Dass sie von ihrer Heimatstadt geehrt wird, freut Natalie Amiri sehr, wie sie bereits im April auf ihrem Twitter-Account mitteilte. „Danke an meine Familie und wunderbaren Freunde - nur durch die Stärkung durch Euch schaffe ich meine Arbeit. Und wenn man dann noch für diese Arbeit Preise bekommt und diese gemeinsam mit allen feiern kann, dann fühlt sich das sehr gut an“, betonte sie nach der Verleihung auf Instagram.

Dennoch hat sie auch einen Appell an die Menschen: „Wenn wir nicht hinschauen – und das tun wir gerade nicht und das wissen die Machthaber, die Despoten in diesen Regimen – dann machen sie, was sie wollen.“ In den Nachrichten müsse man eigentlich jeden Tag über diese Länder berichten, weil unglaublich viel passiere, sagt Amiri. „Ich denke, wir haben schon eine Verantwortung, auch für einen anderen Teil der Welt.“

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