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Jüdischer Friedhof im Maßmannpark bleibt ein Rätsel

München - Nächste Runde in der Diskussion um den angeblichen jüdischen Friedhof im Maßmannpark: Nachdem der ehemalige Bezirksausschusschef Klaus Bäumler verkündet hatte, dass es 1416 am Rande des Maßmannparkes einen kleinen jüdischen Friedhof gegeben haben könnte (wir berichteten), kontert nun der ehemalige Leiter des Stadtarchivs, Richard Bauer. Der nennt Bäumlers These „leichtsinnig“.

Bäumler hatte 2008 diverse Materialien vorgelegt, die belegen sollten, dass es den Friedhof gegeben hat. Bauer, der Vorsitzende des Historischen Vereins von Oberbayern, widerspricht Bäumler dennoch vehement in der neuesten Ausgabe des Oberbayerischen Archivs. Kürzlich wurde der 133. Band vorgestellt. Ein Beitrag darin befasst sich mit dem „vermeintlich im Münchner Maßmannpark lokalisierten Judenfriedhof aus dem Jahr 1416“. Ausführlich legt Bauer dar, dass die These Bäumlers in seinen Augen „leichtsinnig“ und ungeprüft in der Öffentlichkeit verbreitet worden sei. Selbst legt er Dokumente vor, die belegen, dass auf diesem Grundstück im 19. Jahrhundert eindeutig eine Müll- und Fäkaliendeponie gewesen sei. Die dort umgebende Mauer und der Baumbestand wiesen darauf hin, dass man schon damals die Müllhalde gegenüber dem wachsenden Stadtgebiet entsprechend abgeschirmt habe – das sei aber keinesfalls die Einfriedung eines Friedhofs gewesen. Mit einer gewissen Genugtuung weist Bauer darauf hin, dass Bäumler „wieder mal, was er gerne tut, Thesen in den Raum gestellt“ habe, die sich faktisch als falsch erwiesen hätten.

Bäumler entgegnet dem mit einem gewissen Humor: „Beweisen kann Richard Bauer ja auch nicht, dass es den Friedhof dort nicht gegeben hat.“ Der Friedhof habe ja nur rund 30 Jahre existiert, weil danach die Juden aus München vertrieben worden seien. „Ob man den Friedhof mit vielleicht 30, 40 Gräbern überhaupt noch definitiv finden kann, weiß ich nicht.“ Er habe immer betont und auch bei einem Vortrag im Stadtarchiv gesagt, dass seine Erkenntnisse einen Zwischenstand markierten. „Werkstattbericht“ steht über seinen Recherchen. Bäumler habe Bauer 2008 in einem Brief gebeten, doch der Sache nachzugehen, weil es „weiterer Recherchen von offizieller Seite bedarf“. Bauer habe auf den Brief bis heute nicht geantwortet, später gemeint, er habe keine Zeit.

Bauer selbst sagt, er habe „aus persönlichen Gründen“ erst im Herbst 2009 Zeit gefunden nachzurecherchieren. Bäumler wiederum zeigt sich sehr enttäuscht, dass Bauer ihn jetzt „an den Pranger stellt, anstatt gemeinsam Fakten zu suchen“. Endgültige Beweise, ob es im Maßmannpark einen jüdischen Friedhof, eine Fäkalien- und Mülldeponie oder gar beides hintereinander gegeben hat, gibt es also bis heute nicht. Selbst das Landesamt für Denkmalschutz hält sich vage: Es hat 2009 „vermutlich untertägige Teile eines jüdischen Friedhofs“ im Maßmannpark als Bodendenkmal eingetragen.

Karin Neumeier

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