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Jeder Hinweis wird verfolgt

Jugendamt: So gehen wir mit jungen Flüchtlingen um

München - Nach der Axt-Attacke in einem Zug bei Würzburg stellen sich viele Menschen Fragen:  Wer kümmert sich um junge Asylbewerber  – und wer kann feststellen, wann jemand radikal ist? Die Stadt München antwortet. 

Ein 17-jähriger Flüchtling schlägt mit einer Axt wahllos auf Fahrgäste ein: Die Terror-Tat in einem Zug bei Würzburg schockiert ganz Bayern. Jetzt stellen sich viele die Frage: Wie werden junge Asylbewerber eigentlich bei ihrer Ankunft in München begleitet? Wer kümmert sich um sie – und wer kann feststellen, wann jemand radikal ist? Genau auf diese Fragen gab die Stadt München am Donnerstag Antworten. Dass der Axt-Terrorist aus Afghanistan ein Einzelfall ist, beweisen die Zahlen: Im Zuge der Flüchtlingswelle im Spätsommer 2015 kamen rund 10.000 unbegleitete junge Menschen in München an, von denen rund 5000 als unbegleitete Minderjährige in Obhut genommen wurden. Die wenigsten kommen übrigens in eine Pflegefamilie, wie der Täter in Würzburg. Nur rund 50 Kinder und Jugendliche leben derzeit in München bei einer Familie. Der Großteil lebt in speziellen Unterkünften – wie beispielsweise im Young Refugee Center nahe dem Hauptbahnhof. 

„Diese Jugendlichen lernen sehr schnell Deutsch“, erklärt Ilse Völk vom Stadtjugendamt. Zudem seien sie fast immer höchst interessiert daran, die Kultur und Lebensart unseres Landes kennenzulernen. Und wenn bei jemanden radikale Tendenzen zu erkennen sind? „Bei jedem Verdachtsfall gibt es sofort eine Fallbesprechung“, sagt Caroline Rapp vom Stadtjugendamt. Heißt: Dann kümmern sich speziell geschulte Psychologen um den Jugendlichen. In diesem Jahr gab es bisher nur eine Handvoll Fälle, bei denen die Experten leitend eingreifen mussten. Zu Gewalt kam es nie. Völk sagt: „Auch die Pflegefamilien sind angewiesen, sich sofort bei uns zu melden, wenn es Auffälligkeiten gibt.“ 

Die Warnsignale können höchst unterschiedlich sein: Mal zeigt sich ein junger Flüchtling plötzlich aggressiv, mal verfolgt er im Internet Videos radikaler Islamkämpfer. Oder er kappt plötzlich jeden sozialen Kontakt. Übrigens: Zwar sind die Flüchtlingszahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr immens gesunken, dennoch kommen jede Woche noch 30 bis 50 unbegleitete Minderjährige nach München. 

age

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