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Wird doch nicht Jugendamts-Chef: SPD-Stadtrat und Sozialexperte Christian Müller.

Dauer-Ärger geht weiter

Jugendamts-Chef: Favorit für Posten durchgefallen

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Im Sozialreferat kehrt einfach keine Ruhe ein. Lange galt Christian Müller (SPD) als Favorit für den Chefposten im Jugendamt – einen Job, den offenbar kaum jemand will. Nun ist Müller bei einer internen Vorstellungsrunde durchgefallen. Die Verbände wollen ihn dennoch.

München - Es ist Deutschlands größtes Jugendamt – doch der Chefsessel der Behörde in München ist seit mehr als zwei Jahren verwaist. Die letzte Amtsleiterin, Maria Kurz-Adam, war seit Herbst 2014 zunächst zeitweise und dann dauerhaft krankgeschrieben – und kam in einem anderen Referat unter, als sich herausstellte, dass sie im Krankenstand Vorträge gehalten und ein Buch geschrieben hatte.

Für die Kooperationspartner im Rathaus war nun klar, dass Christian Müller Kurz-Adam beerben sollte. Der 49-Jährige sitzt seit 2002 für die SPD im Stadtrat und ist Sozial-Sprecher der Fraktion. Er gilt als sehr kompetent im Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Sein Fachwissen soll er allerdings bei der Vorstellungsrunde nicht gezeigt haben. Da es sich beim Leiter des Jugendamtes nicht um ein politisches, sondern um ein Amt der Verwaltung handelt, fällt ein internes Gremium die Vorauswahl. Und da soll Müller dem Vernehmen nach sowohl bei Personalreferent Alexander Dietrich (CSU) als auch bei seiner künftigen Chefin, Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD), durchgefallen sein.

So eine rechte Strahlkraft scheint der Posten ohnehin nicht zu besitzen. Zwar sind knapp zehn Bewerbungen eingegangen. Doch davon erfüllten allenfalls fünf die Voraussetzungen. „Wir haben tatsächlich Probleme, gutes Personal zu finden“, sagt ein Insider. Das mag auch daran liegen, dass Sozialreferat und Jugendamt immer wieder Negativschlagzeilen gemacht haben, zuletzt wegen am Stadtrat vorbei geschlossener Verträge für Flüchtlingsbetreuer.

Nach Müllers Aus bleibt nun nur noch eine Kandidatin übrig. Die Verwaltung soll sie am 21. März dem Stadtrat zur Abstimmung vorschlagen. Sie arbeitet derzeit bei einem kleinen Träger für Kinder- und Jugendhilfe, allerdings nicht in München.

Die Grünen hadern mit dieser Vorgehensweise. Geht es nach ihnen, wird der Ältestenrat den Entscheidungsvorschlag der Verwaltung kippen. Die Fraktion hat einen Brief an OB Dieter Reiter (SPD) geschrieben. Das Verfahren sei nicht nachvollziehbar, die Auswahl der Kandidaten solle der Stadtrat treffen.

Rückendeckung gibt es von SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. „Wenn bei einem Auswahlverfahren nur noch eine Person übrig bleibt, man also keine Auswahl mehr hat, ist der Ärger verständlich.“ Auch Reissl kann sich daher vorstellen, dass der Ältestenrat eine neue Vorstellungsrunde im Stadtrat einleitet. Dass SPD-Mann Müller sich dann besser präsentiert, ist für Reissl nicht ausgeschlossen. „Ich bin mit dem bisherigen Ergebnis nicht glücklich, man kann auch mal einen schlechten Tag haben.“

Auch Norbert Huber, Chef der Caritas München und Sprecher der Freien Wohlfahrtsverbände, ist nicht einverstanden. „Unseres Erachtens ist es lediglich Aufgabe der Verwaltung zu prüfen, ob die Bewerber formal infrage kommen.“ Huber geht davon aus, dass der Ältestenrat am 10. März „eine Korrektur vornimmt“ – und sich dann die Kandidaten dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss vorstellen dürfen. In Anspielung auf Kurz-Adam sagt Huber: „Wir haben schon einmal Schiffbruch erlitten mit einer Wissenschaftlerin, die keine Organisationserfahrung hatte.“ Bei der verbliebenen Kandidatin, die Dietrich dem Stadtrat präsentieren will, sei das genauso. In einem Amt mit so sensiblen Aufgaben wie dem Kinderschutz sei Organisationserfahrung zwingend nötig. SPD-Stadtrat Müller, der aktuell den Fachbereich Kindertagesstätten bei der Caritas leitet und zuvor Vorsitzender des Kreisjugendrings war, könne dagegen Führungserfahrung vorweisen.

Müller selbst erklärt auf Anfrage, in seinen Augen habe nur der Kinder- und Jugendhilfeausschuss die fachliche Kompetenz, über die Bewerber zu entscheiden. Noch will er offenbar nicht klein beigeben. „Ich hätte mich nicht beworben, wenn ich mir das Amt nicht zutrauen würde.“ Beschädigt dürfte Müller dennoch sein.

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