Jugendlicher vergewaltigt Kind (8) im Keller 

München - Es war schlicht die Hölle, was ein achtjähriger Bub  in Neuperlach erleben musste: Ein 17-Jähriger vergewaltigte das Kind im Keller eines Mietshauses.

Der 17-Jährige zerrte am 23. Januar dieses Jahres das Kind in das Kellerabteil. Dort zog er seinem Opfer die Kleider vom Leib, vergewaltigte es. Nun muss sich der geistig minderbemittelte Klaus N. wegen dieser und zwei weiteren Taten vor der Jugendkammer des Landgerichts verantworten. Verhandelt wird unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit.

Klaus N. war mit seiner Familie Anfang des Jahres von Neuss nach München gezogen. Schon in Neuss hatte es zwei dramatische Vorfälle gegeben. Am 26. Mai 2008 überfiel Klaus N. einen Sechsjährigen auf dem Spielplatz, den er laut Anklage in einen Keller zerrte, „um dort sexuelle Handlungen an dem Kind vorzunehmen, beziehungsweise von dem Kind an sich vornehmen zu lassen".

Das Opfer konnte seine Hose wieder hochziehen und flüchten. Am 6. Juli 2008 lockte der Täter einen achtjährigen Buben in ein verlassenes Stellwerk. Klaus N. drohte: „Wenn du abhaust, schlage ich dich ohnmächtig!" Als der Täter seine Hose herunterzog, konnte das Kind flüchten. Der Vorfall in Neuperlach stellt eine deutliche Steigerung der Intensität dar. Diese Tat ist als Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt. Der Täter hatte von seinem Opfer erst abgelassen, als dieses vor Schmerzen zu weinen begann. Der Täter konnte noch am selben Tag gefasst werden. Dieses brutale Verbrechen erwähnte die Polizei mit keiner Zeile im Pressebericht.

Klaus N. leidet unter einer Intelligenzminderung mit einer ausgeprägten Verhaltensstörung. Er handelte „im Zustand der nicht ausschließbaren Schuldunfähigkeit", so die Anklage. Für die Gutachter stellen sich entscheidende Fragen: Wie gefährlich ist er? Welche Steigerungen seiner Perversionen sind noch wahrscheinlich? Er soll in einer geschlossenen Anstalt untergebracht werden.

 „Er ist geistig auf dem Niveau eines Sechsjährigen", sagt sein Anwalt Andreas Schwarzer, der seinen Mandanten in einer beschützenden Behinderten-Einrichtung unterbringen möchte. Dort sei die Allgemeinheit genauso gut geschützt vor ihm wie in einer geschlossenen Anstalt. Schwarzer: „Er ist kein Fall für die psychiatrische Klinik." Der Prozess wurde wegen ungelöster rechtlicher Probleme ausgesetzt. Eberhard Unfried

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