+
In München werden Schülerlotsen händeringend gesucht.

Anfrage im Stadtrat

Junge Flüchtlinge dürfen nicht ehrenamtlich arbeiten

  • schließen
  • Klaus Vick
    Klaus Vick
    schließen

Dass Flüchtlinge häufig zum Nichtstun verdammt sind und keine Jobs annehmen dürfen, hat eine große politische Debatte ausgelöst. Vor allem, nachdem die bayerische Staatsregierung nur noch Asylbewerbern mit einer günstigen Bleibeperspektive eine Arbeitserlaubnis erteilen will.

München - Auch wenn Flüchtlinge ehrenamtlich arbeiten wollen, läuft nicht immer alles reibungslos. Schulweghelfer zum Beispiel werden in München händeringend gesucht, insgesamt sind derzeit 530 im Stadtgebiet aktiv. Umso verwunderlicher scheint es, dass die Stadt ein Angebot von fünf jungen Flüchtlingen, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen, ausgeschlagen haben soll. Die Asylbewerber besuchen die Berufsschule für Berufsintegration an der Balanstraße in Haidhausen und boten sich an einer nahe gelegenen Grundschule als Schulweghelfer an.

Die Stadtratsfraktion der Grünen hat nachgehakt, weshalb dieses Angebot von der Stadt nicht angenommen worden sei. Antwort: Die Jugendlichen hätten keine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, heißt es vom Kreisverwaltungsreferat (KVR).

Braucht es eine Arbeitserlabunis fürs Ehrenamt?

Die Grünen wollen geklärt wissen, warum dieses Papier für ehrenamtliche Tätigkeiten überhaupt erforderlich ist. Stadträtin Jutta Koller: „Auch in anderen Bereichen haben junge Geflüchtete Probleme, sich zu engagieren oder saisonale Beschäftigungen anzunehmen.“ Die Stadtwerke München suchten zum Beispiel nach Menschen, die in den Sommermonaten in den Bädern arbeiten wollen. „Für viele Geflüchtete könnte so eine Beschäftigung ein großer Gewinn sein, um erste Arbeitserfahrungen zu sammeln und sich Schritt für Schritt in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, meint Koller.

Das KVR teilte am Donnerstag auf Anfrage mit, dass zwischenzeitlich ein Jugendlicher als Schulweghelfer eingestellt, eingekleidet und von der Polizei vor Ort eingewiesen wird – nachdem das erweiterte Führungszeugnis vorgelegt worden sei. Ein zweiter Interessent habe sich auf Nachfrage der Behörde nicht mehr geäußert. Und bei einem dritten laufe der Asylantrag, eine Entscheidung zum Aufenthalt ist noch nicht gefallen.

Zuständig für die Flüchtlinge ist jeweils die kommunale Ausländerbehörde. Weil die übrigen Interessenten nicht in München wohnen, müssten die zuständigen Ausländerbehörden Auskünfte erteilen, so das KVR. Auch das erweiterte Führungszeugnis sei dort zu beantragen. Dies wiederum ist essentiell für ein Engagement als Schulweghelfer. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pendelverkehr, Umleitungen und Co: So ungemütlich wird es mit der MVG in den nächsten Wochen
Mehrere hundert Millionen Menschen nutzen jährlich die Münchner Verkehrsbetriebe. Bei dem ständigen Ein- und Aussteigen nutzt sich offenbar so einiges ab. In den …
Pendelverkehr, Umleitungen und Co: So ungemütlich wird es mit der MVG in den nächsten Wochen
Veranstaltungen in München: Das ist heute Abend los
Kultur, Konzerte und Partys: In München ist jeden Abend etwas geboten. Da bleibt keine Zeit für Langeweile. Wir verraten Ihnen was heute Abend in der Stadt los ist. 
Veranstaltungen in München: Das ist heute Abend los
Wirbel um BRK-Wiesn-Aus: „Ein Schlag ins Gesicht von 180.000 Ehrenamtlern“
Nach 133 Jahren wird voraussichtlich nicht das BRK München, sondern ein privater Anbieter den Ambulanz-Dienst auf der Wiesn 2018 übernehmen. Das Netz diskutiert mit:
Wirbel um BRK-Wiesn-Aus: „Ein Schlag ins Gesicht von 180.000 Ehrenamtlern“
Münchner Hebamme liebt ihren Beruf, aber spricht offen über Probleme
Schwangere, die eine Hebamme suchen, müssen in München  lange Listen durchtelefonieren – und nicht immer ist diese Suche erfolgreich. Eine freiberufliche Hebamme spricht …
Münchner Hebamme liebt ihren Beruf, aber spricht offen über Probleme

Kommentare