Junge Union plant Strafanzeige gegen Ex-Kreischef

München - Die Affäre um den Klau von 8100 Euro aus der Kasse der Jungen Union (JU) spitzt sich zu. Der betroffene Kreisverband Süd des CSU-Nachwuchses plant nun rechtliche Schritte gegen den früheren Vorsitzenden Stefan Rothbauer.

Der 29-Jährige wird verdächtigt, das Geld eingesteckt beziehungsweise für private Zwecke ausgegeben zu haben. Dies hatte er im Juli in einem Schuldeingeständnis zugegeben. Zurückbezahlt hat er die 8100 Euro indes noch nicht.

Ob er das überhaupt vorhat und gegebenenfalls wann, das ist das Geheimnis Rothbauers. Zu erreichen ist er derzeit nicht. Kontakt hatte er jüngst aber mit seinem Rechtsanwalt Christoph Spanke. Der hatte ihm zuletzt noch Vorschläge unterbreitet, wie „die Sache aus der Welt zu schaffen“ ist - indem er das Geld an die JU zurückzahlt. Am Montag aber entzog Rothbauer Anwalt Spanke das Mandat. „Was ihn dazu bewogen hat, weiß ich nicht“, sagte Spanke gegenüber unserer Zeitung.

Im Kreisverband der JU ist man über diese Botschaft wenig erfreut, deutet der Schritt Rothbauers doch darauf hin, dass dieser es mit der Rückzahlung der 8100 Euro zumindest nicht sehr eilig hat. Ohne das Geld aber sei man „handlungsunfähig“, erklärte Laura Weiß, die neue Vorsitzende des Kreisverbands 6. „Wenn’s so bleibt, dann sogar über Jahre hinweg.“ Deswegen überlege man nun, einen Anwalt zu nehmen und Strafanzeige gegen Rothbauer zu stellen. Gestern Abend sollte der Vorstand des JU-Kreisverbands eine Entscheidung treffen, die bei Redaktionsschluss aber noch nicht vorlag. Dann soll klar sein, ob man nur zivilrechtlich oder gegebenenfalls auch strafrechtlich gegen Rothbauer vorgehen will. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Vorermittlungen im Fall Rothbauer geführt würden. Der 29-Jährige ist bereits aus JU und CSU ausgetreten.

Unterdessen wird auch für einen anderen JU-Funktionär die Luft dünner: Thomas Schwed. Der Kreisvorsitzende im Münchner Norden, der mit rechtsgerichteten Gedanken im Internet aufgefallen war, wurde zuletzt von Parteigremien aufgefordert, sich von seinen Ämtern zurückzuziehen. Er habe noch keine Entscheidung getroffen, sagte Schwed gestern. Mitte September läuft die Bedenkzeit für ihn aus. JU-Bezirkschef Günther Westner will dann in seinem Verband und in der CSU über Sanktionsmöglichkeiten diskutieren.

Matthias Kristlbauer

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