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Fast 1000 Schlafplätze, wie hier in der Bayernkaserne, für obdachlose Menschen schafft München heuer.

Kälteschutz

Stadt schafft mehr Winterplätze für Obdachlose

München - Kaum ist der Sommer vorbei, denkt man bei der Stadt bereits über den Kälteschutz für obdachlose Menschen nach. Aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Winters muss die Stadt heuer noch mehr Plätze bereit halten. Kein leichtes Unterfangen angesichts der Raumnot.

2012 hatte die Stadt erstmals Kälteschutzräume für obdachlose Menschen eingerichtet. Das Ziel: Niemand soll in München auf der Straße erfrieren. Von Anfang November bis Ende März hatten die Kälteschutzräume vergangenen Winter geöffnet. Die Null-Grad-Grenze – nach welcher früher die Räume nur bei Temperaturen unter null Grad aufgeschlossen wurden – hatte der Stadtrat gekippt. 3220 Menschen nutzten in dieser Zeit das Angebot – das waren 852 mehr als im Jahr zuvor. Darunter waren 127 Familien, die überwiegend in Pensionen untergebracht wurden. Im Schnitt verbrachten die Menschen 11,2 Nächte im Kälteschutz.

Der überwiegende Teil der Übernachtenden stammte erneut aus den osteuropäischen Ländern, vor allem aus Rumänien und Bulgarien. Betreut wurden sie vor Ort von Mitarbeitern des Evangelischen Hilfswerks. Zudem richtete das Hilfswerk die ganzjährig geöffnete Beratungsstelle „Schiller 25“ für Menschen ein, die keinen rechtlichen Anspruch auf Unterbringung haben, sich aber dennoch hier eine Zukunft aufbauen wollen. Die Einrichtung organisierte zudem die Einweisung in die Kälteschutzräume. Auch eine eigene Anlaufstelle für Familien – die „FamAra“ – gibt es mittlerweile. Hinzu kommt eine weitere Beratungsstelle für arbeitsuchende Osteuropäer an der Landwehrstraße.

Immer mehr Plätze werden benötigt

Die Steigerungen bei den Übernachtungszahlen, die für vergangenen Winter prognostiziert worden waren, sind offenbar tatsächlich eingetreten. Diese Erfahrungen „bedingten nun auch für die kommende Kälteschutzperiode eine Ausweitung des Projekts“, heißt es in einer Vorlage des Sozialreferats, über die der Stadtrat am Donnerstag entscheiden soll. Im Klartext heißt das: Auch im kommenden Winter braucht es wieder mehr Plätze und somit mehr Geld für den Kälteschutz.

Nach dem Willen des Sozialreferats soll das Evangelische Hilfswerk wieder die Betreuung, Einweisung und Beratung organisieren. Man habe gute Erfahrungen mit dieser Hilfe aus einer Hand gemacht. Der Stadtrat soll deshalb auf eine offizielle Ausschreibung verzichten.

Auch wenn der freie Platz auf dem Gelände der Bayernkaserne aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen nicht mehr üppig ist, werden – wie im vergangenen Jahr – auch heuer dort wieder die Kälteschutzräume eingerichtet: Im Haus 12 wird es 480 Betten geben, aufgeteilt in Männer- und Frauenbereich. Für Mütter mit Kindern oder alleinerziehende Väter werden im Südflügel des Hauses 12 etwa 140 neue Schlafplätze hergerichtet. Der ebenfalls neue Westflügel wird aufgeteilt: Dort wird es 110 Bettplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geben. 244 Plätze können für den Kälteschutz genutzt werden. Als letzte Reserve gelten 120 Plätze im Elisenbunker nahe dem Hauptbahnhof – die jedoch auch zwischenzeitlich schon für Flüchtlinge genutzt wurden.

Ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr

Unterm Strich stehen damit fast 1000 Plätze zur Verfügung – beinahe ein Drittel mehr als im letzten Winter. Um die Menschen so intensiv wie möglich zu betreuen und mögliche Unruhen in der Bayernkaserne zu verhindern, soll es zusätzlich zu den bisherigen vier weitere sechs Vollzeitstellen für Sozialarbeiter geben.

Doris Richter

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