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Sieht die Zeit für den Eintritt in die Rente gekommen: Kämmerer Ernst Wolowicz will noch in diesem Jahr zurücktreten.

Eigentlich noch für vier Jahe gewählt

„Private Gründe“: Münchens Finanzchef Wolowicz will zurücktreten

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Ernst Wolowicz plant seinen Rücktritt noch für dieses Jahr. Der Kämmerer verrät auch die Gründe für diesen Entschluss. Ein Insider spricht von einem „starken Einschnitt in der Verwaltung“.

München - Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) will aufhören - auch der Liebe wegen! Nach tz-Informationen möchte der 65-Jährige sein Amt als Stadtkämmerer bereits zum 31. Oktober niederlegen. Eigentlich müsste er noch bis Juli 2022 weitermachen. Derzeit prüft die Regierung von Oberbayern, ob eine Verkürzung der Amtszeit ohne Weiteres möglich ist. Dann muss der Stadtrat entscheiden.

Verdient hätte er es sich! Wolowicz gilt in Rathauskreisen als ausgesprochen beliebt. „Ein super Typ, ein schlauer Kopf, ein Mensch mit viel Witz und einem unglaublich hohen Wissenschatz“, sagen Insider. „Wenn er jetzt schon gehen sollte, das wäre ein starker Einschnitt in der Verwaltung.“

Wolowicz freut sich über „niedrigste Verschuldung seit 1982“

In seiner Zeit als Kämmerer hat die Stadt massiv Schulden abgebaut. „Als ich mein Amt angetreten habe, hatte München fast 3,4 Milliarden Euro Schulden. Jetzt sind es 724 Millionen. Das ist die niedrigste Verschuldung seit 1982. Es gibt keine andere deutsche Großstadt, die die Verschuldung derart abgebaut hat“, sagte Wolowicz im Dezember im Interview mit unserer Zeitung.

Die Gründe für seinen Wunsch „würde ich als private bezeichnen“, sagte der 65-Jährige jetzt der tz. „Im Oktober bin ich in dem Alter, in dem ein normaler Tarifbeschäftigter in den Ruhestand gehen kann.“ Dabei spielt auch eine Rolle, dass er mehr Zeit mit seiner Frau verbringen möchte, die seit drei Jahren in Rente ist. „Dazu gehört auch mein gesamtes kleineres und größeres Umfeld. Alle sagen, ich solle doch noch in einem normalen Rentenalter aufhören. Ich kenne niemanden, der anderer Meinung ist.“ Dies sei im Übrigen auch die Meinung seiner Hausärztin. „Nicht, dass ich gesundheitliche Probleme hätte. Aber in meinem Alter ist die Hausärztin die zweitwichtigste Frau in meinem Leben“, sagt Wolowicz und lacht.

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SPD soll schon Favoriten auf Nachfolge haben

Auch der Nachfolger steht schon fest: Christoph Frey, Chef der Münchner AWO folgt auf Wolowicz.

Ernst Wolowicz würde sich im Ruhestand sodann seinen vielen Hobbys widmen, er hat einige tausend Bücher und CDs. Und er will gemeinsam mit seiner Gattin öfter verreisen, auch mal Tagesausflüge unter der Woche. Das klingt ganz entspannt - oder doch nicht so ganz? „Wissen Sie, wir haben ja gerade über den städtischen Haushalt gesprochen. Und ich vermute, dass sich die Aufgabenverteilung in unserem eigenen Haushalt etwas zu meinen Lasten verändern wird“, sagt Ernst Wolowicz und lacht.

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Wolowicz‘ Werdegang

Ernst Wolowicz ist in Aschau im Chiemgau geboren, studierte zwischen 1973 und 1978 Politik, Soziologie und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilian-Universität und promovierte 1981. Von 1985 bis 1990 war der Sozialdemokrat wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Stadtratsfraktion, bevor ihn der damalige Oberbürgermeister Christian Ude zum stellvertretenden Leiter seines Büros ernannte. Zwei Jahre später, 1992, wurde er Leiter des OB-Büros und 1993 Leiter des Direktoriums. Seit 1. Juli 2004 ist er Herr der städtischen Finanzen.

Sascha Karowski

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