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Kamelrennen gab es schon auf der Trabrennbahn in Daglfing. Allerdings sehen richtige Rennkamele anders aus als diese Exemplare. Sie haben nur einen flachen Höcker und kaum Haare, der Jockey sitzt quasi auf dem Hintern.

Festival "1001 Nacht"

Kamelrennen auf der Theresienwiese geplant

München - Dschungelcamp im Englischen Garten, Ozzy Osbourne in der Frauenkirche oder Kamelrennen auf der Theresienwiese – klingt alles absurd? Letzteres soll es im kommenden Juni tatsächlich in München geben.

Die Veranstalter von „1001 Nacht – Orient trifft Okzident“ planen, die Arabische Welt als Gast nach Bayern zu holen - mit einem Kamelrennen auf der Theresienwiese. Dort, wo in zwei Monaten wieder das Oktoberfest toben wird, soll im Sommer 2015 eine 1800 Meter lange und 20 Meter breite Sand-Rennbahn aufgeschüttet werden – vorausgesetzt, die Veranstalter bekommen grünes Licht von der Stadt. Neun Tonnen Sand würden für die Rennbahn benötigt, das entspricht rund 370 Lkw-Ladungen, die zu der Fläche gekarrt werden müssten.

Die Kamelrennen sollen den Höhepunkt der Veranstaltung markieren: Mit Spezialflugzeugen werden millionenteure Rennkamele nach München gebracht. Da auch in ihren Heimatländern diese hochgezüchteten Tiere nicht mehr von Kinder-Jockeys geritten werden dürfen, behilft man sich mit Jockey-Dummies, die von den Kamelbesitzern aus nebenherfahrenden Pick-Ups gesteuert werden. Neben der Rennbahn sollen Steh- und Sitztribünen errichtet werden, auf denen bis zu 1500 Zuschauer Platz finden. Außerdem sollen sechs Großzelte aufgebaut werden, daneben kleinere Beduinenzelte und Pavillons. In jedem Zelt präsentiert sich ein anderes Land aus der arabischen Welt – darunter Saudi Arabien, Kuwait, Bahrain und Qatar –, das so seine kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Besonderheiten herausstellen kann. Das Fest wollen die Veranstalter als „Begegnung der Kulturen“ verstanden wissen. Als ein völkerverbindendes Element soll auch Musik dienen. Auf einer Open-Air-Bühne sollen sowohl europäische als auch arabische Künstler auftreten.

München sei der perfekte Ort für die Veranstaltung, findet Hosam Osman, der das Projekt auf die Beine stellen will. „Bei den Arabern ist die Stadt sehr beliebt.“ Etwa 100 000 arabische Touristen kämen jedes Jahr in die Stadt an der Isar.

Das Referat für Arbeit und Wirtschaft muss nun darüber entscheiden, ob die Stadt sich eine solche Veranstaltung auf der Theresienwiese vorstellen kann. Und auch der Bezirksausschuss (BA) 2 Isar-/Ludwigsvorstadt wurde um eine Stellungnahme zu den Plänen für „1001 Nacht“ gebeten. In dem lokalpolitischen Gremium sind die Meinungen gemischt. Die meisten Mitglieder wünschen sich, dass auch politische Themen angesprochen werden, was die Veranstalter bisher nicht vorgesehen haben. „Man müsste auch Frauenrechte und die Rechte Homosexueller in diesen Ländern thematisieren“, sagte etwa BA-Mitglied Martin Arz von der Rosa Liste.

Janina Ventker

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