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Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal.

Nach den Landtagswahlen

Kammerspiel-Chef: AfD nicht tabuisieren

München - Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, fordert eine Auseinandersetzung von Künstlern und Intellektuellen mit den Rechtspopulisten der AfD.

„Ich glaube nicht, dass eine Tabuisierung der AfD irgendetwas hilft“, sagte er am Montag in München der Deutschen Presse-Agentur. „Künstler und Intellektuelle müssen darüber reden, warum sie die Positionen der AfD ablehnen und warum es gut ist, dass Flüchtlinge in unser Land kommen. Wir brauchen ein Votum für eine offene Gesellschaft, in der das Dazukommen zum Beispiel von Syrern und Irakern unsere Gesellschaft bereichert.“ Alle AfD-Wähler werde man mit Argumenten zwar nicht erreichen - „aber es gibt auch welche, die man erreichen kann“. Die AfD nutze die Ängste der Menschen vor einem sozialen Abstieg aus.

Lilienthal selbst engagiert sich sehr für Flüchtlinge und verursachte mit der „Schlepper- und Schleuser-Tagung“ an den Kammerspielen Aufsehen. Er sei im Zusammenhang mit dem Kongress sogar bedroht worden, sagte Lilienthal. „Es gab Anfeindungen - auch mit Drohungen gegen mich selbst, inklusive meiner Privatadresse.“ Anfang April startet an den Kammerspielen einmal pro Woche ein „Welcome Café.“ Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er sah, welche Plattform AfD-Chefin Frauke Petry in einer Talkshow bekommen habe. „Ich hatte in diesem Moment das Gefühl, dass man Flüchtlingen ein anderes Forum bieten muss.“

Alle Neuigkeiten, Reaktionen und Analysen zu den Landtagswahlen finden Sie in unserem News-Ticker.

dpa

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