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Korte will nicht mehr Uni-Chef in München werden

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Der bundesweit bekannte Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte wird nun doch nicht Rektor an der Münchner Hochschule für Politik. © fkn/Haag

München - Der spektakuläre Wechsel von Karl-Rudolf Korte als Uni-Chef nach München steht völlig überraschend vor dem Aus. Der bundesweit bekannte Politik-Professor will NRW nicht verlassen.

Der 54-Jährige macht in einer E-Mail an den Reformbeirat der Hochschule für Politik einen Rückzieher. Er sehe sich seinen bisherigen Mitarbeitern an der School of Governance in Dusiburg-Essen gegenüber in der Pflicht, schreibt Korte. „Die größten Geldgeber signalisierten mir in den letzten Tagen, dass die Mittel an meine Person gebunden sind.“ Viele seiner wichtigsten Mitarbeiter wollten „unter keinen Umständen“ nach München. Das Angebot an ihn sei sehr "ehrenvoll und ambitioniert" gewesen, der Umbau der Hochschule sei auch unumkehrbar, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Er bedaure deshalb, dass er verzichten müsse.

Korte sollte die grundlegende Reform der kleinen Hochschule begleiten. Anfang 2014 hätte er an die LMU berufen und von dort an die HfP ausgeliehen werden sollen. An der Hochschule war die Begeisterung weder bei allen Studenten noch beim bisherigen Rektor Rupert Stettner sonderlich ausgeprägt. Der Senat stellte sich jedoch schließlich hinter den bundesweit bekannten Professor. Immerhin hatte Bayerns Politik, die ihre Hand über die HfP und ihre 600 Diplom-Studenten hält, jenseits des Wahlkampfs parteiübergreifend Korte ausgewählt und nach München gerufen – auch Ministerpräsident Horst Seehofer war diskret eingeweiht. Er hätte den Umzug des renommierten Politologen begrüßt.

Wer in welchem Bundesland regiert

Umso größer ist der Ärger über Kortes Rückzieher. „Saublöd“ sei das, heißt es im Landtag, „schwer nachvollziehbar“. Die Lage sei für alle Beteiligten unschön. „Wir sind überrascht und enttäuscht“, sagt Markus Blume (CSU). „Für uns heißt das: Die Kandidatensuche beginnt neu.“ Eine transparente Ausschreibung sei mit oder ohne Korte selbstverständlich, sagt Isabell Zacharias (SPD). Die Absage sei „Schade. Ich hätte es gut gefunden, wenn es zackig losgegangen wäre.“

In Kürze wollen die Abgeordneten im Reformbeirat zu einem Sondertreffen zusammenkommen. Bisher gibt es keine Idee, wer die HfP durch die Reform hin zur "Bavarian School of Public Policy" führen könnte. Eine schnelle Entscheidung wird nicht erwartet. Der intern als möglicher Nachfolger genannte Carlo Masala (45), Professor für internationale Politik, hatte aus Enttäuschung über die internen Streitereien seinen Rückzug aus der HfP-Lehre und den -Gremien erklärt. Masala war bisher im Senat der HfP und führte den Promotionsausschuss.

cd/tom

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