Bargeldlos geht immer öfter: Viele Münchner Taxifahrer akzeptieren Karten. Jedoch noch nicht alle. Foto: dpa

Kartenzahlung in Taxen auf dem Vormarsch

München - Taxikunden in München können immer häufiger mit Karte bezahlen.Vorbei die Zeiten, in denen man noch schnell zum Geldautomaten gelaufen ist, um vorm Taxifahren Bares zu holen? Noch nicht ganz.

Immer mehr Münchner Taxiunternehmen passen sich dem Trend des bargeldlosen Zahlens an - ihre Kunden können sowohl mit Kredit- als auch EC-Karte zahlen. IsarFunk zum Beispiel. Für das Unternehmen fahren nach eigenen Angaben 420 Wagen - von dem man in jedem mit Karte bezahlen kann. Die Taxen tragen EC-und Kreditkartensymbole an den Scheiben. Jürgen Dinert arbeitet bei IsarFunk als Kundenbetreuer. Er sagt, dass der Taxifahrer bei der Zahlung mit Karte keine Gebühr verlange - es könnten auch Kurzstrecken mit Karte bezahlt werden. In den Taxis sei allerdings kein Terminal vorhanden, auf dem man seine Geheimnummer eintippen könnte - der Fahrer ziehe die Karte des Kunden durch eine Maschine. Der Fahrgast bestätige die Transaktion mit seiner Unterschrift.

Anders läuft es bei der München Taxi eG. Für das Unternehmen fahren nach eigenen Angaben 3000 Taxis, in etwa 2500 davon kann der Kunde mit Kreditkarte bezahlen. Mit EC-Karte hingegen sieht es derzeit noch schlecht aus - in keiner der Droschken können Kunden damit zahlen. Frank Kuhle ist Geschäftsführer der Taxi München eG. Er sagt, sein Unternehmen stelle derzeit gerade das Bezahlsystem um - damit auch mit EC-Karte bezahlt werden kann. Wenn alles nach Plan laufe, werde das System Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen. Dann sollen Kunden mit der Eingabe ihrer Geheimnummer in allen Taxen zahlen können.

Kuhle sagt, dass es bei der Bezahlung mit Kreditkarte immer mal wieder Schwierigkeiten gebe. Es komme vor, dass der Taxifahrer keine Karten akzeptiert, weil ihm die Abrechnung zu lange dauert. „Einige Fahrer sagen den Kunden dann, sie brauchen Bargeld, um das Benzin zahlen zu können“, erzählt Kuhle. „So ein Verhalten finde ich persönlich peinlich.“ Ein Taxifahrer sollte immer genug Geldreserven haben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Doch Taxifahrerethos hin oder her - rechtlich bindend ist das Akzeptieren von Karten für den Fahrer nicht. Komplizierter allerdings wird es, wenn er mit Kartenzahlung wirbt und sie dann nicht akzeptiert. Wer sich rechtliche Streitereien ersparen will, sollte freilich den Empfehlungen von Verbraucherschützern folgen und vor der Fahrt einfach kurz den Fahrer auf die Zahlungsmodalitäten ansprechen.

Beim Taxi Center Ostbahnhof hat man mit der System-umstellung bereits begonnen. Für das Unternehmen fahren 52 Autos, in allen kann mit Kreditkarte bezahlt werden, in 22 Taxen bereits mit EC-Karte. Gebührenfrei. Peter Köhl ist Geschäftsführer des Taxi Centers. Dass die Kunden bei seinem Unternehmen keine Gebühren zahlen müssen, sieht er aber auch skeptisch. Köhl fürchtet dadurch eine Kannibalisierung der Gewinnmargen. Zudem sei alleine die Anschaffung der Geräte für die Kartenzahlung sehr teuer.

Patrick Wehner

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