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Kein Münchner Bekenntnis zu erneuter Olympia-Bewerbung

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München - Die rot-grüne Stadtspitze will anders als die CSU erst einmal abwarten, wer im Herbst 2013 den Zuschlag für die Sommerspiele 2020 bekommt.

Durch den Verzicht der USA auf eine Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 sind die Chancen Münchens für einen zweiten Anlauf gestiegen - ein Bekenntnis zu diesem will die Stadt derzeit jedoch nicht abgegeben. SPD und Grüne votierten gestern gegen einen Vorstoß der CSU-Fraktion, wonach die Stadt schon jetzt alle Maßnahmen für eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 ergreifen solle.

Seit einiger Zeit trommelt die Münchner CSU, die Stadt müsse die zweite Bewerbung schnell auf den Weg bringen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Stadtspitze aber bremsen die Ambitionen. Ihr Zeitplan ist ein anderer. Sie wollen abwarten, wie im September 2013 die Entscheidung für die Sommerspiele 2020 ausgeht. OB Christian Ude (SPD) appellierte an die Opposition im Rathaus, je mehr politisches Theater sie um die Bewerbung mache, desto abträglicher sei dies für einen zweiten Anlauf. „Jedes Vorpreschen ist ein Desavouieren der Partner“, warnte Ude. Die Sportverbände, der Bund, das Land und nicht zuletzt die Partnergemeinden müssten auch mit ins Boot geholt werden. Was, so mahnte Ude, würde die Stadt sagen, wenn Garmisch-Partenkirchen beschließen würde, sich mit München zu bewerben?

Das Thema löste im Stadtrat gestern noch einmal heftige Emotionen aus. „Jetzt müssen wir uns dazu bekennen, dass wir sie wollen“, sagte der sportpolitische Sprecher der Rathaus-CSU, Mario Schmidbauer. Seine Fraktion hatte sich zudem für einen Bürgerentscheid ausgesprochen, in dem die Münchner über einen zweiten Anlauf für Winterspiele entscheiden sollten. Auch die FDP sprach sich für eine frühzeitige Bürgerbeteiligung aus - allerdings müsse der DOSB die Stadt vorher zu einer Bewerbung auffordern. Die Linke hatte hingegen gefordert, eine zweite Bewerbung am besten jetzt zu beerdigen.

Stattdessen bleibt nun alles beim ursprünglichen Plan des Abwartens. Vor Ende 2013 will der DOSB nicht über eine Bewerbung Münchens entscheiden. Gegegebenfalls habe man dann immer noch „genügend Zeit, in Abstimmung mit allen beteiligten Partnern eine Entscheidung pro Bewerbung zu treffen“, teilten DOSB-Präsident Thomas Bach und Generaldirektor Michael Vesper unlängst in einem Brief an die Mitglieder der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrats der Bewerbungsgesellschaft 2018 sowie an die Mitgliedsorganisationen des DOSB mit. Die Zeit für eine Bewerbung sei dann noch ausreichend. „Denn wir haben den Vorteil, dass unser national wie international hochgelobtes Konzept ja längst steht.“

Matthias kristlbauer

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