Nur noch 200 000 Euro fürs Rahmenprogramm

Stadt beschließt Spar-EM

Die Stadt kocht bei der Ausrichtung der vier Spiele zur Fußball-Europameisterschaft 2020 auf Sparflamme: Das Rahmenprogramm soll stark eingedampft werden.

Anders als bei der WM 2006 will sich die Stadt Fanfeste, Public Viewings und eine kostspielige Werbekampagne sparen. Im Herbst hatte das Sportamt für das Rahmenprogramm noch knapp eine Million Euro angemeldet, nun sind nur 200 000 Euro geplant. Außerdem wurde das Team der EM-Projektleitung in der Stadtverwaltung von 6,5 auf 3,5 Vollzeitstellen nahezu halbiert. Diesen Sparkurs bewilligte der Sportausschuss jetzt endgültig.

Im Beschlussvorschlag heißt es unter anderem, das Referat für Bildung und Sport solle Verhandlungen mit allen involvierten Vertragspartnern aufnehmen, „mit dem Ziel, die Kosten für die Landeshauptstadt auf ein Minimum zu reduzieren“. Wesentliche Vertragspartner sind die UEFA und der DFB, aber auch die Münchner Verkehrsbetriebe und die Olympiapark GmbH.

Die UEFA hat die Teilnahme an etliche kostspielige Bedingungen geknüpft, festgehalten im „Host City“-Vertrag. Darin verpflichtet sich die Stadt, eine Fan-Zone im Olympiapark bereitzustellen. Allein dies kostet 2,5 Millionen Euro. Weiterhin hat sich München verpflichtet, allen Stadionbesuchern die kostenlose Nutzung des ÖPNV zuzusichern, was für die vier Spieltage – drei Vorrundenpartien und ein Viertelfinale – 1,4 Millionen Euro ausmacht. 

Der größte Kostenfaktor ist die Sicherheit. Nach einer Schätzung des Kreisverwaltungsreferats, basierend auf den Erfahrungen bei der WM und dem Papstbesuch 2006, ist ein Betrag in Höhe von 3,5 Millionen Euro realistisch. Trotz des massiv abgespeckten Rahmenprogramms kostet die Teilnahme an der Euro 2020 die Stadt immer noch gut zwölf Millionen Euro.

Die Linken hatten in einem Antrag sogar gefordert, angesichts der Skandale beim Welt- und Euröpäischen Fußballverband den Ausrichter-Kontrakt mit der UEFA auszusetzen. Doch die so genannten „Host City“-Verträge zwischen Stadt und UEFA sind seit langem unterzeichnet. Ein Zurück ist laut Verwaltung nicht mehr möglich und wäre mit Schadensersatzforderungen verbunden.

Klaus Vick

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