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Glücklich, wer einen Platz hat. Kinderbetreuung bleibt schwierig in München. 

Kita-Ausbau

Kita-Ausbau: München fehlen 500 Erzieher

Seit Jahren baut München die Kitas aus. Doch nun zeigt sich: Der Versorgungsgrad steigt seit einiger Zeit nicht mehr. Weil immer mehr Menschen zuziehen – und weil geschätzt 500 Erzieherinnen fehlen.

München - Allein seit letztem Jahr sind in München rund 1440 neue Plätze in Krippen und Kindergärten entstanden. 2005 dümpelte die Stadt noch bei 5000 Krippenplätzen, inzwischen hat sich die Zahl vervierfacht. Doch nun zeigt sich: Seit 2014 stagnieren die Versorgungsgrade. Das heißt: Der Anteil der Kinder einer Altersgruppe, die einen Kita-Platz bekommen können, bleibt gleich.

Der Grund: hohe Geburtenraten und Zuzug. „Münchens Wachstum frisst unsere Erfolge von hinten auf“, hatte schon der frühere Bildungsreferent Rainer Schweppe (SPD) geseufzt. Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) sagte am Mittwoch, der Versorgungsgrad lasse sich zurzeit kaum steigern. Von den Ein- bis Dreijährigen bekommen durchschnittlich 64 Prozent einen Platz, von den Kindergartenkindern 92 Prozent. Bei der Ganztagsbetreuung von Schülern ist die Versorgung nur minimal auf 75 Prozent gewachsen.

Den Bedarf kann die Stadt nur schätzen

Wie hoch der Betreuungsbedarf bei den Eltern ist, kann die Verwaltung lediglich schätzen. Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD) weiß nur, dass es noch nicht reicht. Strobl sagte, dass sie heuer besonders viele Briefe wegen fehlender Hortplätze bekommen habe – früher war es meist wegen Krippenplätzen. Die Stadt muss also weiter Gas geben: „Wir bauen weiter, da bin ich gnadenlos“, betont Zurek. Pro Platz kostet ein neuer Kindergarten 20.000 Euro, ein Hort 25.000, eine Krippe 38.000 Euro.

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Am Geld mangelt es nicht, wohl aber am Personal. In städtischen Kitas fehlen aktuell 153 Erzieherinnen. Doch zwei Drittel aller Kitas sind in der Hand freigemeinnütziger Träger. Zurek schätzt, dass dort ähnlich viele Stellen unbesetzt sind. Insgesamt dürften in München also an die 500 Erzieher fehlen. Eine Vakanz pro Kita lasse sich meist auffangen, sagte Abteilungsleiterin Susanne Herrmann – weil München per Förderformel ohnehin einen besseren Anstellungsschlüssel finanziert als staatlich vorgesehen: ein Erzieher für neun Kinder, vorgeschrieben sind elf. Wenn aber zwei oder mehr Kräfte fehlen, bleiben Plätze frei oder werden Öffnungszeiten verkürzt.

Die Stadt schaut sich auch im Ausland um

Rund 300 Fachkräfte konnten heuer neu eingestellt werden. Mit einem bunten Strauß an Maßnahmen versucht die Stadt, Fachpersonal zu gewinnen. So bieten die Fachakademien für Sozialpädagogik eine auf drei Jahre verkürzte Erzieherausbildung für Abiturienten an. Der städtische Modellversuch „OptiPrax“ soll kommendes Jahr von 50 auf 100 Ausbildungsplätze ausgeweitet werden. Zudem schaut sich die Stadt verstärkt im Ausland um: Eine Kooperation mit der Uni Barcelona hat 25 Erzieher nach München gebracht, nun laufen Gespräche in Slowenien und Griechenland. Werbend hoben Strobl und Zurek hervor, dass das Einstiegsgehalt – inklusive München- und Arbeitsmarktzulage – für eine Erzieherin bei 3156 Euro brutto liege. „Das ist nicht so schlecht“, sagte Strobl. Laut Herrmann arbeitet ein sehr großer Teil nur Teilzeit. Was laut Zurek nicht geht: Wohnungen speziell für Erzieher vorzuhalten.

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Bei der Ganztagsbetreuung, die die Stadt zuletzt in Atem hielt, hätte Zurek gerne den Freistaat stärker im Boot, um die Ganztagsschule auszubauen. Anders als der Hort braucht diese keine Erzieher. Ungelöstes Problem: die Ferienbetreuung. Das Kultusministerium verweist regelmäßig darauf, dass im Modell des offenen Ganztags Ferienbetreuung möglich ist – wenn Schulen und Vereine diese organisieren.

Zudem will die Stadt das Onlinesystem Kita-Finder verbessern. Künftig sollen Eltern häufiger über ihren aktuellen Stand benachrichtigt werden. Auch an der Kita-Qualität wird gearbeitet: Jahresthema ist „Partizipation“ – Kinder dürfen mehr mitbestimmen und so Demokratie lernen.

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