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Wird bei der Vergabe von Kita-Plätzen getrickst oder nicht? Das Bildungsreferat weist jede Kritik zurück.

Kritik zurückgewiesen

„Kita-Finder+“: Stadt will Berufstätigkeits-Nachweis einführen

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München - Nach einem Bericht des Münchner Merkur hat sich das Bildungsreferat zu der Kritik am Vergabesystem geäußert und will nun eine Nachweispflicht für Berufstätigkeit einführen.

Das Referat für Bildung und Sport will die Online-Anmeldung für Kita-Plätze weiter verbessern: Ab dem Kita-Jahr 2017/18 sollen Eltern beim System „Kita-Finder“ offenbar ihre Berufstätigkeit nachweisen müssen. Das könnte helfen, Falschangaben zu vermeiden, mit denen sich derzeit manche Eltern womöglich Platzzusagen erschummeln.

So zumindest lautet die Kritik einiger Eltern, über die unsere Zeitung gestern berichtet hat. Noch am Montag wies das Referat für Bildung und Sport die „pauschalen“ Vorwürfe der Eltern zurück, dass bei der Anmeldung „Tricksereien oder Bestechungsversuche“ stattfänden. Die Eltern hatten kritisiert, dass andere mit falschen Angaben zur Berufstätigkeit ihre Chancen erhöhten und dass immer noch leichter einen Platz bekomme, wer Klinkenputzen gehe. Das Referat hatte letzte Woche auf Anfrage lediglich erklärt, der Kita-Finder funktioniere „reibungslos“. Eltern würden darauf hingewiesen, dass die Angaben korrekt zu tätigen seien. Laut einem internen Schreiben wird das Problem aber durchaus diskutiert.

Gestern betonte das Referat erneut, die Platzvergabe erfolge streng nach Satzungsregularien und sei „transparent geregelt“. Kriterium sei etwa der „zeitliche Umfang der Berufstätigkeit der Eltern“. Von den städtischen Kitas könnten jederzeit Nachweise über die Berufstätigkeit verlangt werden, Stichproben seien üblich. Doch dann heißt es: „Bereits seit längerem laufen Vorbereitungen dafür, über Stichproben hinausgehend eine vollständige Nachweispflicht ab dem Kita-Jahr 2017/18 einzuführen.“ Bei der Anmeldung werde dann in jedem Fall die Vorlage einer Arbeitgeberbescheinigung verlangt werden. Bis dahin würden die Stichproben „intensiviert“.

Die Empfehlung an die Eltern, die Einrichtungen vorher kennenzulernen, habe „nichts mit ,Einschmeicheln‘ zu tun“, so das Referat. Die Information vor Ort sei wichtig für die Entscheidungsfindung.

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