Kita-Umfrage: Gutes Zeugnis mit Schönheitsfehlern

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Die meisten Münchner Kindl freuen sich morgens, wenn es in den Kindergarten oder die Krippe geht.

Und auch die Eltern sind mit dem Angebot der städtischen Kitas sehr zufrieden. Das geht aus der neuen Elternbefragung des Bildungsreferats hervor. Einige Werte fallen sogar noch besser aus als im Vorjahr. Aber: Auch ein paar Schwachstellen werden deutlich.

Auch wenn noch immer Plätze und Erzieher fehlen, sind die knapp 13 300 Eltern, die sich online oder per Papierfragebogen an der Befragung 2016 beteiligten, zu fast 95 Prozent „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ mit der Einrichtung, die ihr Kind besucht. Ebenfalls 95 Prozent der Kinder gehen „sehr gerne“ oder „gerne“ in ihre Kita. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Seit Beginn der Befragungen 2012 stellen Eltern den Krippen, Kindergärten, Horten, Tageszentren und Häusern für Kinder ein durchaus gutes Zeugnis aus. „Trotz des bereits seit Längerem bestehenden Personalmangels“ habe die Zufriedenheit „noch eine Steigerung erfahren“, resümiert Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD) in der Vorlage, die am kommenden Dienstag im Stadtrat behandelt wird.

Die meisten Antworten auf Fragen zur Pädagogik, Zusammenarbeit mit den Eltern und den Rahmenbedingungen fallen positiv aus. So sagen etwa noch mehr Eltern als 2015, dass ihr Kind seinem Bewegungsbedürfnis nachgehen kann (90,94 Prozent). Dass das Kind individuell in der Kita eingewöhnt wurde, sagen jetzt fast 89 Prozent (2015: 83 Prozent).

Dennoch sind auch Schwächen ablesbar: Der Aussage, dass das Kind mitbestimmen könne, stimmen nur 35,7 Prozent der Eltern „voll und ganz“ zu. Knapp zehn Prozent der Befragten wollten dem Personal „eher nicht“ oder „nicht“ attestieren, dass es Kritik und Beschwerden ernst nimmt. Fast zwölf Prozent der Eltern fühlen sich von der Hausaufgabenbegleitung in den Einrichtungen für Schulkinder „nicht“ oder „eher nicht“ unterstützt, sieben Prozent sind mit den Öffnungszeiten der Kitas unzufrieden. 15 Prozent der Eltern geben an, sich nicht regelmäßig mit dem pädagogischen Personal über das Kind auszutauschen.

Die Befragung ist so angelegt, dass jede Einrichtung aus den Ergebnissen Ziele entwickeln kann. Repräsentativ ist sie allerdings nicht. Von den knapp 28 000 ausgegebenen Bogen kamen 13 300 zurück, eine gute Quote von 47,7 Prozent. Jedoch – und das wissen die Experten im Bildungsreferat – nehmen oft genau die Eltern nicht teil, deren Kinder Schwierigkeiten haben oder die nicht ausreichend Deutsch können. Dementsprechend bietet die Befragung nur einen kleinen, aber wichtigen Einblick. 

Rubriklistenbild: © dpa

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