CSU klagt über Preise für den nächtlichen Wärmestrom

München - Die Stadtwerke würden eine Fürsorgepflicht gegenüber den Kunden von Strom für Nachtspeicherheizungen vernachlässigen, hat CSU-Stadtrat Marian Offman dem Energieversorger vorgeworfen.

Vor zwanzig Jahren habe die Stadt damit geworben, für die Heizung auf Nachtspeicherstrom umzusteigen, auch mit dem Argument günstigerer Preise in der Nacht. Seit 2008 aber sei der Arbeitspreis dafür um 29 Prozent auf 10,99 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Ein Zweipersonenhaushalt, für München typisch, müsse so etwa 250 Euro mehr im Jahr berappen.

Die Stadtwerke konterten Offmans Stadtratsanfrage mit dem Argument, die Kunden von Nachtspeicherstrom würden nachts auch für ihren sonstigen Verbrauch mit günstigerem Strom beliefert – so ergebe sich für sie ein Preisvorteil von 23 Prozent. Die Preissteigerung falle zudem weniger drastisch aus als von Offman dargestellt, weil der Verrechungspreis in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gesunken sei.

Die SWM wehren sich zudem gegen den Vorwurf, sie würden ihre Monopolstellung ausnutzen. Es biete in München bloß kein weiterer Anbieter den nächtlichen Wärmestrom an, weil die SWM so günstig seien. Unter drei Prozent der Stromkunden der SWM bezieht den Wärmestrom. Ein Haushalt zahlt im Schnitt 837,17 im Jahr bei einem Verbrauch von 6000 Kilowattstunden.

Der Einbau von Nachtspeicherheizungen ist laut Energieeinsparverordnung mittlerweile verboten, und binnen zehn Jahren sollen auch alle bisher laufenenden Heizungen dieser Art vom Netz genommen werden.

kkr

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