+
Jakub F. soll zwischen September 2014 und August 2015 fast 40 Motorräder überall in München gestohlen und nach Tschechien gebracht haben.

Prozessauftakt

Bande soll Bikes für 500.000 Euro erbeutet haben

  • schließen

München - Vor Gericht: Jakub F. soll zwischen September 2014 und August 2015 fast 40 Motorräder überall in München gestohlen und nach Tschechien gebracht haben.

Namenlose Auftraggeber, verschwundene Motorräder im Wert von einer halben Million Euro, Verbrecher mit Vorliebe für heiße Öfen von BMW: Im Prozess gegen den mutmaßlichen Dieb Jakub F. (37, Name geändert) liegt Zündstoff! Fragen wurden beim Prozess­auftakt gestern aber nicht beantwortet. Der Angeklagte wollte nicht reden – und seine beiden Verteidiger konnten sich nicht einigen, ob ihr Mandant gestehen soll oder nicht – und so schimpfte Richter Gilbert Wolf recht fassungslos: „So etwas habe ich noch nicht erlebt!“

Der Reihe nach: Die Staatsanwaltschaft wirft Jakub F. vor, zwischen September 2014 und August 2015 fast 40 Motorräder überall in München gestohlen und nach Tschechien gebracht zu haben. Den Ermittlern zufolge agierte F. auf Geheiß mehrerer unbekannter Hintermänner. Die Staatsanwältin beschreibt das Vorgehen so: F. bekam in Tschechien eine Bestell-Liste mit Motorrädern, heuerte Handlanger an, fuhr nach München, spähte die Maschinen aus und schlug zu.

Anklage: Mindestens 4.000 Euro für die Maschinen

Laut Anklage brachten Komplizen die Maschinen mit Kleintransportern über die Grenze, wobei F. wohl ein extra angemietetes Haus in der Nähe von Prag als Fuhrpark und Büro nutzte. F. soll pro Bike – abhängig von Alter und Modell – stets mindestens 4000 Euro kassiert haben.

36 Motorräder in elf Monaten: Das Geschäft der Motorrad-Mafia lief offenbar ausgesprochen gut. Maschine auswählen, bestellen, Lieferung frei Haus: unkompliziert, fast wie aus dem Katalog! Besonders heiß waren die Kunden auf die Krafträder von BMW. Allein vom Modell BMW 1000 RR (200 PS, ab 18 000 Euro) verschwanden 15 Stück! Aber auch Superbikes von Ducati, Suzuki und die legendäre Kawasaki Ninja waren gefragt. In der Regel waren die Motorräder per Lenkradschloss abgesperrt.

Alles in allem ordnen die Ermittler Jakub F. 31 Beutezüge zu, in einem Fall entwendeten er und seine Komplizen gleich vier BMW-Maschinen im Wert von insgesamt 86 000 Euro aus einer Münchner Tiefgarage.

Gesamtwert der geklauten Maschinen: 550 000 Euro! Kurios: Die Schieber waren offenbar nicht ausschließlich auf motorisierte Zweiräder spezialisiert. Bei ihrem letzten Streifzug ließen sie neben zwei BMW-Motorrädern auch zwei Fahrräder mitgehen.

Tobias Scharnagl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hier sehen Sie die Stadtrats-Versammlung live im Netz
München - Wer es am 25. Januar nicht persönlich zur Vollversammlung des Stadtrats schafft, kann sich diese im Internet ansehen. Es wird einen Live-Stream geben. 
Hier sehen Sie die Stadtrats-Versammlung live im Netz
Gesucht: Junge Musical-Talente für „Evita“
München - Im April gastiert das Musical „Evita“ mit seinem Londoner Star-Ensemble in München. Für die weibliche Kinderrolle wird noch eine Darstellerin gesucht.
Gesucht: Junge Musical-Talente für „Evita“
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor
München - Nein, der Praktikant war nicht schuld an dem kuriosen Tweet der Münchner Polizei vom Montag. Das beweist die neueste Twitter-Botschaft der Beamten vom …
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor
Nach Abschiebung: Hoffnung auf ein Visum für Pouya
München - Der afghanische Musiker Ahmad Shakib Pouya wurde aus München abgeschoben, daraufhin saß er in einem Hotel in Kabul fest. Nach Tagen des Bangens gibt es gute …
Nach Abschiebung: Hoffnung auf ein Visum für Pouya

Kommentare