Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst

Großeinsatz am Schliersee - Schwimmer offenbar vermisst
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Fröhlich strahlt Leonard jeden an, der ihn bespaßt. Noch weiß der vier Monate alte Bub nichts von seiner Missbildung. Er ist ohne Wadenbeine zur Welt gekommen.

Rettende OP zu teuer

Der kleine Leonard braucht Hilfe

München - Leonard kam mit fehlgebildeten Beinen zur Welt. Ein Spezialist in den USA könnte den vier Monate alten Buben operieren. Doch aus eigener Kraft kann die Münchner Familie die Kosten von 300.000 Euro nicht stemmen.

Leonard ist ein fröhliches, aufgewecktes Kind. In der Wohnung der Markgrafs Am Hirschgarten zieht er die Augen aller Besucher auf sich. Und meist fällt gar nicht auf, dass dem Buben etwas fehlt. „Das ist auch in neun Monaten Schwangerschaft bei keiner Untersuchung aufgefallen“, berichtet Wirtschaftsingenieur Holger Markgraf. „Bis die Hebamme gesagt hat: ,Da ist etwas mit den Füßen nicht in Ordnung‘“, erzählt der 43-Jährige. „Ein riesiger Schock“ sei das für ihn und seine Frau Karolina Djuric (34) gewesen.

Leonard, so stellte sich heraus, kam mit Fibula-Aplasie zur Welt. Seine Wadenbeine fehlen, die Schienbeine sind verkrümmt und verkürzt, die Füße nur teilweise ausgebildet. „Dass so etwas beidseitig auftritt, kommt unter 100 000 Neugeborenen nur einmal vor“, hat Holger Markgraf im Internet recherchiert. Und schnell fand er heraus: „Die Krankheit ist bekannt, aber niemand hat Erfahrungen mit Therapiemöglichkeiten.“

Prothesen, Orthesen, Rollstuhl, sogar Amputation: Das waren die Schlagworte, die Markgraf von seinen Besuchen bei Spezialisten in ganz Deutschland im Ohr hat. „Das kommt für uns aber überhaupt nicht in Frage“, sagt der junge Vater bestimmt. „Wenn er einmal 20 ist, würde er uns vielleicht Vorwürfe machen.“

Und schließlich gibt es eine Chance: Ein Spezialist in den USA hat Erfahrung mit dieser Krankheit. Mehrere hundert Patienten hat er mit einer eigens entwickelten Technik erfolgreich operiert. In Europa, so hat Holger Markward herausgefunden, gebe es nichts Vergleichbares.

Eine ganze Reihe von Eingriffen wird Leonard auf sich nehmen müssen. Die ersten, wichtigsten mit zwölf bis 18 Monaten, weitere mit zwei bis drei und sieben bis acht Jahren, eine letzte Korrektur nach Ende der Wachstumsphase mit 17. Die Alternative wäre, dass er mit ansehen muss, wie seine Altersgenossen in einem Dreivierteljahr beginnen, sich an Möbeln hochzuziehen, wie sie die ersten Schritte wagen und ihre Umwelt erkunden.

Die Markgrafs sind fest entschlossen, ihrem Sohn dies auch zu ermöglichen. Doch die OP-Kosten können sie nicht alleine schultern. Das Ambulante Kinderhospiz München unterstützt die Familie beim Versuch, Spenden zu sammeln. „Das Geld fließt auf ein Konto bei uns. Wir prüfen die Rechnungen und zahlen entsprechend aus“, beschreibt Gertrud Müller vom Kinderhospiz das transparente Verfahren, das sicherstellt, dass die Mittel korrekt verwendet werden. Auch Müller sieht die Operation in Florida als Chance und bewundert die Kraft, mit der sich die Eltern für Leonard einsetzen. Denn vom glücklichen Lächeln, das der Bub jedem schenkt, der in seinen Kinderwagen blickt, dürfe man sich nicht täuschen lassen. „Jetzt braucht er seine Beine noch nicht. Aber das wird schon im nächsten Jahr immer schwieriger werden.“

Von Peter T. Schmidt

Spenden an das Spendenkonto des Ambulanten Kinderhospiz München Liga Bank München

Konto-Nr. 2400103

BLZ 750 903 00

Stichwort: Helft Leonard Internet: www.helft-leonard.de

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